Wenn Autofahrer älter werden: Zwei Experten geben Tipps vor großer Zuhörerrunde
"Bleiben Sie fahrtüchtig!"

20 Prozent aller Medikamente beeinflussten die Verkehrstüchtigkeit, betonte Dr. Manfred Theis.
(sön) Wenn Autofahrer älter werden, müssen sie sich auf Veränderungen einstellen: Darüber klärten Andreas Bahle von der Verkehrswacht Amberg und Dr. Manfred Theis im voll besetzten Fremdenverkehrsraum des Rathauses auf. Mit Bürgermeister Erwin Geitner, Seniorenbeauftragter Marga Kraus und dem VdK-Vorsitzenden Josef Niebler freuten sie sich über das Interesse.

"Menschen, die älter werden, haben charakteristische Erfahrungen gemacht", betonte Bahle. Sie verfügten über mehr und spezielleres Wissen als in jungen Jahren - "auch für ihre Teilnahme am Straßenverkehr". Andererseits würden Kraft und körperliche Beweglichkeit nachlassen, Hören und Sehen verschlechterten sich und auch das Gedächtnis sei nicht mehr so gut wie früher: Das Alter bringe eben Einbußen mit sich, die gerade Autofahrer sorgsam beachten müssten, wenn sie weiter mit möglichst geringem Risiko am Straßenverkehr teilnehmen möchten.

"Das Fahren aufzugeben, den Führerschein abzugeben - das muss jeder selbst wissen", unterstrich der Referent. Er gab aber auch zu: "Das ist leichter in der Stadt, mit einem dichten Busnetz, schwieriger auf dem Land." Deshalb riet er seinen Zuhörern: "Sorgen Sie dafür, dass Sie fahrtauglich bleiben" - und "kümmern Sie sich um die technische Ausstattung Ihres Fahrzeugs, die Ihrer Sicherheit dient." Bei Ersterem gehe es um die körperliche Verfassung und auch um geistige Fitness.

Breiten Raum nahmen an diesem Nachmittag die gesundheitlichen Beeinträchtigungen älterer Autofahrer ein. Hier ging Dr. Manfred Theis, seit 35 Jahren Hausarzt in Rieden, ins Detail. Gutes Sehen sei Grundvoraussetzung für das Fahren, betonte er. Die Sehschärfe lasse oft nicht erst im Alter nach. Notfalls sei deshalb eine Brille Pflicht. Dazu komme häufig, dass Senioren in der Dämmerung schlechter sehen, blendempfindlicher seien, sich ihr Sehfeld verenge - "und oft fällt auch die Einschätzung von Entfernung und Geschwindigkeit schwerer". Die Hörfähigkeit nehme ebenfalls ab, etwa bei hohen Frequenzen.

Hauptursache bei Unfällen seien Alkohol und Drogen. "20 Prozent aller Medikamente beeinflussen die Verkehrstüchtigkeit." Besonders gefährlich sei die Kombination von Alkohol und Medikamenten, warnte der Arzt. Medikamente gegen Diabetes, Hypertonie, Schmerzmittel und Psychopharmaka könnten die Verkehrstüchtigkeit beeinflussen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Rieden (3382)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.