Wenn der Bau Schutt ist

Im Landkreis entstehen jedes Jahr fast 16 000 Tonnen Bauschutt. Im Bau- und Renovierungs-Stress denkt man oft nicht an die Entsorgung. Unsortierter Abfall oder unüberlegter Material-Kauf können hohe Kosten verursachen.

Neustadt/WN. Alle verwertbaren Bauabfälle müssen nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz recycelt werden. Eine Deponierung ist nur mehr die Ausnahme. Das Bauschuttrecycling ist auch preislich günstiger, sofern die Baustellenabfälle nicht verunreinigt sind. Zur Wiederverwertung eignen sich Betonbruch, Porenbetonsteine, Ziegel, Asphalt, Fliesen, Putz-, Mörtel- und Keramikabfälle. Es dürfen darunter keine Kunststoffabfälle, Hölzer oder unverwertbare Baustoffe wie Rigips, Dämmstoffe oder Eternitplatten enthalten sein. Letztere können wegen ihrer Inhaltsstoffe nur deponiert werden.

Material aussortieren

Im vermischten Baustellenabfall müssen auch die Containerdienste oder Bauschutt-Verwerter diese Materialen aussortieren, eine Leistung, die entsprechend zu bezahlen ist. Verwertbarer Bauschutt kostet direkt bei den Verwertungsanlagen 14 bis 20 Euro die Tonne, verunreinigter Bauschutt jedenfalls mehr als 100 Euro für die Tonne. Im Landkreis gibt es mit den Firmen Bergler in Troschelhammer, Hartinger in Kleinschwand sowie Hierold in Moosbach und Erpetshof drei Betriebe für Bauschutt-Recycling, bei denen direkt angeliefert werden kann. Daneben kennen die Containerdienste und Baufirmen die Entsorgungswege. In den Bauschuttrecyclinganlagen entstehen geprüfte, schadstofffreie Baustoffe. Nur diese überwachten Baustoffe dürfen für Unterbauten und Tragschichten sowie im Wegebau verwendet werden. Sie haben die technischen Eigenschaften für richtige Verdichtung, hohe Wasserdurchlässigkeit und Schadstofffreiheit. Eigenes Abbruchmaterial ohne eine Materialuntersuchung darf also nicht für neue Bauwerke oder Ausbesserungs-Flächen eingesetzt werden. Bereits bei der Planung sollte man an die Kosten bei der Entsorgung denken. Rigipsabfälle fallen dann ins Gewicht, wenn sie großflächig verbaut werden.

Wegen des Sulfatgehaltes gibt es für die Gipskartonplatten derzeit keine Verwertung, und es muss der höhere Deponiepreis bezahlt werden, zuzüglich des Transports und eventuell der Containerbereitstellung. Zementfaserplatten werden wieder vermehrt als Dachabdeckung oder Fassadenverkleidung verbaut.

Mit und ohne Asbest

Obwohl die neuen Werkstoffe kein Asbest enthalten und auch sonst umweltverträglich sind, ist die Entsorgung schwierig. So kann der Bauschutt-Verwerter nicht unterscheiden, ob es sich um asbesthaltiges oder asbestfreies Material handelt. Auch bei einem Kaufbeleg oder einer Materialanalyse kann der Verwertungsbetrieb die Zugehörigkeit zum angelieferten Material anzweifeln. Derzeit können asbestfreie Dach- und Fassadenplatten nur wie belasteter Faserzement auf Deponien entsorgt werden. Dafür sind ein höherer Entsorgungspreis und die Verpackung der Platten in Big-Bags einzukalkulieren.
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