Wenn der Homo sapiens mal muss

Vom Fass ins Glas, vom Glas in die Kehle. Eigentlich keine Frage, dass nach dem Genuss der Zoigl ordnungsgemäß auf dem stillen Örtchen entsorgt werden sollte.
Ein Hund, genauer gesagt ein Rüde, hebt das Bein, wenn er mal muss. Aber nicht irgendwo. Vorzugsweise pinkelt das Tier an Bäume, Hausecken, Sträucher oder gar Autoreifen. Der männliche Homo sapiens verfällt zuweilen auch in dieses Verhaltensmuster. Er lässt dazu zwar beide Beine auf dem Boden, doch auch er wählt Anhaltspunkte wie Hausmauern oder Gartenzäune - sozusagen Rückendeckung von vorne. Zugegeben, meist ist diese Spezies ganz vernünftig und sucht für seine Bedürfnisse das Örtchen auf, das dafür vorgesehen ist. Nur manchmal, wenn Alkohol die Sinne vernebelt und auf die Blase drückt, vergisst der eine oder andere seine gute Erziehung.

Mehrere 1000 Liter Zoigl hatten die Neuhauser Kommunbrauer für den 3. Oktober vorbereitet. "Am Ende des Tages waren die Lager leer", erzählt Schafferhof-Wirt Reinhard Fütterer. Krügeweise rann das goldgelbe Glück an diesem Tag die durstigen Kehlen hinunter. Doch was reinläuft, muss irgendwann auch wieder raus. Volle Blasen verweigerten langes Anstehen vor den Toiletten.

Während Frauen nichts anderes übrig blieb, als die Beine zusammenzuzwicken und zu warten, wählten ein paar ganz ungeduldige Männer den einfacheren Weg und pinkelten an Nachbars Gartenzaun oder an die frischgestrichene Hausmauer. "Das klingt zwar im ersten Augenblick lustig", sagt Fütterer. "Doch vor allem für die Anwohner der Burgstraße war das kein Spaß."

Das soll so nicht mehr vorkommen, sind sich die Kommunbrauer sicher. Sie wollen bei einem Treffen mit den Anwohnern sprechen und klären, wie sich das Problem künftig kanalisieren lässt. Ein Toilettenwagen, der heuer erstmals am Marktplatz stand, verhinderte Schlimmeres. Vielleicht würde es helfen, weitere Toiletten im Burghof aufzustellen. (mic)
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