Wer "beerbt" Vorsitzenden?

Vorsitzender Peter Wittmann (Mitte) dankte Anton Blöth und Josef Dorner für ihre langjährige Mitgliedschaft. Bild: hfz

Die Botschaft war klar: Peter Wittmann wird im nächsten Jahr nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung stehen. Die Siedlergemeinschaft muss auf die Suche gehen.

Wernberg-Köblitz. Wer über Grund und Hauseigentum verfügt, muss sich auch Gedanken über das Vererben machen. Bei der Jahreshauptversammlung der Siedlergemeinschaft räumte man dem Referat der Rechtsanwältin Brigitte Schießl breiten Raum ein. Thema: "Erbrecht".

Wichtig fürs Testament

Sie erklärte zunächst für das Gesamterbe die Möglichkeiten der Erbengemeinschaft. In der gesetzlichen Erbfolge sind dies die Kinder, Enkel, Urenkel, die Eltern mit Nachkommen sowie die Großeltern mit Nachkommen. Ein gesetzliches Erbrecht steht auch den Ehegatten zu. Maßgebend für deren Erbrecht ist der vereinbarte Güterstand. Beim gesetzlichen Güterstand sind die Ehegatten und die Kinder jeweils zur Hälfte erbberechtigt. Abweichend von der gesetzlichen Erbfolge kann das Erbe durch Testament oder Ehevertrag (notarielle Vereinbarung) geregelt werden. Für das eigene Testament ist besonders wichtig, dass es eigenhändig geschrieben und unterschrieben, sowie möglichst mit Ort und Datum versehen ist. Bei einem von Ehegatten gemeinschaftlich verfassten Testament muss dieses von einem Partner handschriftlich verfasst und vom zweiten Partner durch Unterschrift bestätigt werden. Ein solches Testament kann zu Lebzeiten beider Partner einvernehmlich jederzeit geändert werden. Den Eltern, dem Ehegatten und den Abkömmlingen steht, wenn sie im Testament nicht bedacht sind, der "Pflichtteil" zu. Dieser beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Das Erbe ist steuerpflichtig. Die Höhe der Erbschaftssteuer richtet sich nach der Höhe des Erbes und dem Verwandtschaftsgrad. Es gibt Freibeträge - für Ehegatten 500 000, für Kinder 400 000 Euro.

Vorsitzender Peter Wittmann wies darauf hin, dass Brigitte Schießl als zuständige Juristin im Kreisverband Schwandorf des Verbands Wohneigentum den Mitgliedern für rechtliche Beratung zur Verfügung steht. Für langjährige Mitgliedschaft wurden die Mitglieder Anton Blöth (40 Jahre), Erich Bayerl (25 Jahre) und Josef Dorner (25 Jahre) geehrt.

Über Nachfolge beraten

Das Vereinsgeschehen fasste Kurt Reiner in einer Präsentation zusammen. Der Vorstand appellierte an die jungen Mitglieder, in den Gremien mitzuarbeiten. Vorsitzender Peter Wittmann wies darauf hin, dass er im nächsten Jahr nicht mehr zur Wahl stehe. Er sei umgezogen und dauerndes Pendeln könne ihm nicht zugemutet werden. Die Nachfolge sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wegen fehlender Vorstandschaften mussten im Kreisverband im vergangenen Jahr zwei Siedlergemeinschaften aufgelöst werden. "Das sollte unserer Gemeinschaft doch erspart bleiben".
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