Wer braucht das Oktoberfest?

Die Vilshofener wissen, "dass a Kirwa ohne Kirwabaum einfach nix is". Also stellte der Meier Toni mit kräftigen Mannsbildern am Nachmittag wieder einen auf. "Rund 15 Meter ist er lang", behauptete zumindest der Toni - und kommandierte "Hauruck" und "schiabts a".

(sön) Drei Wolfsbacher Helfer kamen auch noch dazu - verspätet, dafür aber mit einem Kasten Bier. Sportverein und Schützengesellschaft haben am Wochenende diese 33. Vilshofener Kirchweih am Sportheim auf die Beine gestellt. Vielleicht ein bisschen kleiner, aber richtig zünftig.

Er grüßt vom Pfarrberg

Das Baumaufstellen war Männersache: Zwei sicherten den Stamm mit einem Seil, fünf stemmten ihn mit Spickern in die Höhe, bis er ins Loch rutschte und verkeilt werden konnte. Nicht einmal eine halbe Stunde dauerte das. So grüßt heuer im vierten Jahr ein Kirwabaum vom Pfarrberg über das Vilstal.

Die weiß-blauen Buam, Heinz Dirnhofer und Hermann Seidl, spielten am Abend bayerisch auf, als Bürgermeister Erwin Geitner gekonnt das erste Fass anzapfte. Schützenmeister und Kirwa-Chef Josef Spies freute sich über die vielen Gästen.

Bürgermeister Geitner fand es sehr gut, "dass Sport- und Schützenverein die Tradition der Vilshofener Kirwa aufrechterhalten." Bei einer kommoden Kirwa in Vilshofen und dem Vilstalfest der Riedener - "was brauchen wir da noch das Oktoberfest", fragte Geitner und zapfte dann doch ganz wiesengerecht mit zwei Schlägen an. Danach stießen er, 3. Bürgermeister Gerhard Schnabel, SV-Vorsitzender Arthur Flierl und Schützenmeister Josef Spies auf gutes Gelingen an. Die Gäste ließen sich manches Seidel schmecken, wussten aber auch Bratwürstl und Steaks oder Käsesemmeln als deftige Unterlage zu schätzen. Die weiß-blauen Buam spielten auf und das mit einer Lautstärke, wie es früher einmal war, "dass ma se halt a nu unterhalten ko".

Nach dem Gottesdienst zum Gedenken an verstorbene Mitglieder am Sonntagvormittag war Frühschoppen angesagt. Am frühen Nachmittag bauten fleißige Frauen Kuchentheken auf, der Kaffee dampfte in den Kannen. Dazu spielten die Salleröder Boum bis in die Abendstunden zünftig auf. "A richtig guade Kirwamuse", wie allgemein zu hören war.

Saure Zipfel zum Endspurt

Am Kirwamontag ging es für alle gstandnen Vilshoferer ab 10 Uhr weiter mit dem Kirwamontags-Frühschoppen, mit Weißwürscht und sauren Zipfeln. Zum Seniorennachmittag gab es Kaffee und Kuchen, natürlich auch Bier oder Alkoholfreies und Leckeres vom Grill. Musikalisch begleitet von den Hoglbouchan feierten die Vilshofener ihre 33. Kirwa noch bis in die Abendstunden.
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