Werner Riedhammer stirbt mit 86 Jahren
Im Blickpunkt

Schwandorf. (td) Überraschend ist am vergangenen Freitag der Schwandorfer Vollblutmusiker Werner Riedhammer verstorben. Er wurde 86 Jahre alt. Viele erinnern sich an ihn als einen der ersten, die nach dem Krieg Swing in der Region populär gemacht haben. Der Schwandorfer stand Jahrzehnte lang mit wechselnden Big Bands auf den Bühnen der Oberpfalz und weit darüber hinaus.

Der gelernte Schneider aus der Friedrich-Ebert-Straße gründete 1953 eine eigene Big Band, die "Kapelle Riedhammer". Die Band produzierte eine damals hochmoderne Tanzmusik, die sich an amerikanischen Vorbildern wie Glenn Miller oder Benny Goodman orientierte. 17 Jahre lang war diese Gruppe Stammgast auf den Bühnen zwischen Weiden und Regensburg, Amberg und Oberviechtach. Bis nach München eilte ihr ein guter Ruf voraus, so dass auch aus der Landeshauptstadt Einladungen für Auftritte kamen. Und immer war es der Swing, der den Ton angab.

Als sich der allgemeine Musikgeschmack Ende der 1960er Jahre in Richtung Hardrock und Pop änderte, stellte Riedhammer das Saxofon für einige Zeit ins Eck. Schließlich ereilte ihn 1984 ein Ruf aus Amberg. Die Big Band "Swing & Dixie Locomotion" benötigte einen fähigen Leiter und dieser Aufgabe widmete er sich die nächsten 19 Jahre mit Hingabe. "Ihr Sound fegte die Zuhörer von den Sitzen" jubelte damals die "Amberger Zeitung" über den alten Swing im Stil der 1940er Jahre, über Latin, Rock und Funk und schrieb von "Volldampf-Jazz mit internationalem Touch".

Musikalische Geburtshilfe leistete Riedhammer kurz vor der Jahrtausendwende bei der neuen Schwandorfer Big Band "Swing-A-Ling-Ding" - damals war er 69 Jahre alt, was seiner Spiellaune keinen Abbruch tat. 2004 war es dann aber doch soweit. Mit 75 Jahren sagte der begnadete Virtuose der Bühne Lebwohl.
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