Werner-Tag in Memmingen

Die Kollegen treten an, um zu gratulieren: Benjamin Werner (rechts) erzielte in Memmingen alle drei Amberger Treffer beim ersten Auswärtssieg in der Regionalliga. Bild: Olaf Schulze

Er hat einfach den Torriecher: Benjamin Werner vom FC Amberg rackert in der Spitze unentwegt und belohnte sich am Wochenende wieder einmal - nein, drei Mal.

Memmingen. (lst) "Unglaublich, der Wahnsinn", freute sich Hubert Kirsch, Teammanager des Fußball-Regionalligisten FC Amberg, im Kreise der Mannschaft, die zusammen mit den Trainern und Funktionären nach dem Schlusspfiff ausgelassen auf dem Platz feierte. Am Samstag gab es für den Aufsteiger aus der Oberpfalz beim Namensvetter in Memmingen vor 857 Zuschauern endlich den ersten Auswärtssieg in dieser Saison. Und was für ein bemerkenswerter, denn die Elf von Trainer Timo Rost setzte sich verdient mit 3:1 (0:1) durch und bejubelte dabei Stürmer Benjamin Werner, der mit seinem lupenreinen Hattrick in der zweiten Halbzeit die Gelb-Schwarzen auf die Gewinnerstraße gebracht hatte. Mit diesem Erfolg haben die Vilsstädter inzwischen zehn Zähler Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz und sieben auf den Relegationsrang. Kirsch sprach zu Recht von einem "eminent wichtigen Erfolg". "Was wir vor allem in der zweiten Hälfte gezeigt haben, war bärenstark. Wir ließen Memmingen nicht mehr zur Entfaltung kommen. Betrachtet man die anderen Ergebnisse des Spieltages, dann kam unser erster Auswärtsdreier zum absolut richtigen Zeitpunkt", sagte der Teammanager.

Zwischen den zwei punktgleichen Teams entwickelte sich vom Anpfiff weg ein offener Schlagabtausch, bei dem es Chancen hüben wie drüben gab. Und wer weiß, wie die Begegnung noch früher verlaufen wäre, hätte Benjamin Werner nach nur fünf Minuten sein Visier etwas besser eingestellt gehabt. Besser machten es die Gastgeber bei einer Standardsituation: Nach einem Freistoß von Andreas Mayer stieg im FCA-Strafraum Fabian Krogler am höchsten und köpfte aus sechs Metern über Ambergs Schlussmann Matthias Götz hinweg zum 1:0 in die Maschen. Und die Vilsstädter hatten Glück, dass Daniel Geldhauser kurz danach seinen Schuss von der Strafraumgrenze nur an den linken Pfosten setzte (15.). Aber auch die Gäste, die immer besser ins Spiel kamen und am Drücker waren, versteckten sich nicht. Erneut Werner verzog seinen Flachschuss um Zentimeter (23.), bevor ein von Sebastian Schmeiser abgefälschter Versuch vom neben Werner überragenden Marco Wiedmann vom Memminger Torwart Martin Gruber geklärt wurde (31.).

Einen großen Aufreger in einer kurzweiligen und kernigen ersten Hälfte gab es unmittelbar vor dem Seitenwechsel, nachdem Schneider am Sechzehner scharf nach innen flankte und ein Memminger Akteur ganz klar mit der Hand zum Spielgerät ging. Doch Referee Matthias Zacher gab den Elfmeter, den auch viele der Zuschauer erwartet hatten, nicht. "Eine klare Angelegenheit", sagte in der Pause Kirsch. "Das wäre wohl das vollkommen gerechte 1:1 gewesen. Memmingen war am Anfang stärker, dann hatten wir mehr Anteile."

Absolutes Traumtor

Der FC knüpfte in der zweiten Hälfte genau dort an, wo er am Ende der ersten aufgehört hatte und machte mächtig Druck. Aller guten Dinge sind drei - das dachte sich dann alsbald Werner: Nachdem er zwei Möglichkeiten vergeben hatte, gelang ihm ein absolutes Traumtor. Aus gut und gerne 28 Metern aus halbrechter Position schlenzte er die Kugel unhaltbar ins linke obere Eck - ein Treffer der Marke "Tor des Monats". Und Werner legte in der 70. Minute mit einem schönen Heber das 2:1 nach. Der FCA-Stürmer krönte seine Leistung schließlich mit seinem dritten Treffer zum lupenreinen Hattrick in der 73. Minute: Nach einer wunderschönen Kombination über Knorr und Wiedmann hatte er aus fünf Metern keine Mühe mit dem 3:1 - die Entscheidung für einen bärenstark auftretenden FC Amberg.
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