Wertschöpfung in der Region

Vor hohen Hackschnitzelbergen, die zu Heizenergie umgewandelt werden, erläuterten Markus Schaller, Geschäftsführer der Naturenergie Eslarn-Vohenstrauß GmbH, und Vorstand Hans-Peter Lang die Funktionsweise des Biomasse-Heizwerks. Bild: sbü

Aus minderwertigem Holz und aus Holzabfällen Heizungswärme gewinnen und ganze Stadtbereiche mit Wärme versorgen, so lautet das Geschäftsmodell der Naturenergie Eslarn-Vohenstrauß. Für die Mitglieder des Energietechnologischen Zentrums Weiden (etz) öffnete das Biomasse-Heizwerk jetzt seine Tore. Die Besucher waren vom Konzept beeindruckt.

Vohenstrauß. (sbü) "Wir verkaufen Wärme so wie andere Strom." Mit diesem Satz begann Hans-Peter Lang, Vorstand der Naturenergie Eslarn-Vohenstrauß GmbH, die Vorstellung des Biomasse-Heizwerks in Vohenstrauß. Eingeladen in die Hackschnitzel-Verbrennungsanlage hatte das Energietechnologische Zentrum Weiden (etz) zum 6. Netzwerktreffen.

Alle profitieren

Das Geschäftsmodell überzeugt: Waldbauern der Region liefern Holz und Holzabfälle, Anlagen des Maschinenrings zerkleinern diese zu Hackschnitzel, das Heizwerk produziert daraus Fernwärme und versorgt damit einen ganzen Stadtbereich. Vorteile haben alle Beteiligten. Die Waldbauern haben einen sicheren Absatz für ihr Holz, die Energiegesellschaft verdient Geld und erwirtschaftet die Finanzierungskosten, und die Abnehmer sparen sich teure eigene Anlagen und können ehemalige Heizungskeller anderweitig nutzen. Sogar die Restasche kann als Mineraldünger verwendet werden. Vor allem, so der Geschäftsführer, bleibe die gesamte Wertschöpfung in der Region. Und der Teil des angelieferten Holzes, der nicht im Heizwerk benötigt werde, könne als Hackschnitzel weiterverkauft werden.

89 Waldbesitzer

Markus Schaller ist Geschäftsführer des Heizwerks. Er erläuterte die technischen Details der Anlage. 2011 sei sie in Betrieb genommen worden. Als Investitionssumme insgesamt errechneten sich 1,9 Millionen Euro. Mit 330 000 Euro wurde die Anlage gefördert. Mit 350 000 Euro beteiligten sich die 89 Waldbesitzer, den Rest finanzierte die Raiffeisenbank. Diese Summe werde über die Einnahmen getilgt.

Vorteile sieht Schaller auch in der Verwendung regenerativer Brennstoffe anstelle fossiler. Heizöl werde nur für Spitzenbedarf oder bei Anlageausfall eingesetzt. Und er nannte weitere technische Einzelheiten: Jahresproduktion 5000 Megawattstunden, 800 KW Ofenleistung, 7500 Kubikmeter Holzverbrauch und Netzeinspeisung mit 90 Grad bei 60 Grad Rücklauf. Überschüssige Wärme wird in einem Pufferspeicher von 25 000 Litern Wasser zwischengespeichert. Der eigene jährliche Stromverbrauch liegt bei 50 000 KW. Der Wärmeverlust durch Transportwege liege im Jahresdurchschnitt bei 8,9 Prozent.

Viele Abnehmer

Anders als bei privaten Holzöfen arbeite die Anlage mit 35 Prozent Holzfeuchtigkeit am effektivsten. Der Restascheanteil liege bei guter Qualität des Brennmaterials bei 2 bis 3 Prozent, ansonsten über 10 Prozent.

Zu den Wärmeabnehmern zählen Schulen, die Stadt Vohenstrauß, die Kliniken Nordoberpfalz AG die katholische Kirchenstiftung sowie private und gewerbliche Kunden. Überschüssige Kapazitäten seien derzeit nicht vorhanden. "Wir sind zu 100 Prozent ausgelastet", freut sich Schaller.
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