Wichtig ist Versorgung der Bevölkerung

Torsten Birkholz, Leitender Notarzt und einer der drei ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes im Bereich des Zweckverbands Amberg, hat durchaus Verständnis für den Rückzug des Schnaittenbacher Außen-Notfall-Mediziners.

Allerdings betont er, dass damit kein Versorgungsengpass einhergehe: "Man kann daraus keine Bedrohung für die Bevölkerung ableiten", stellt er mit Blick auf das etablierte öffentlich-rechtliche Notarzt-System fest: "Wichtig ist, dass die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt ist" - das sei auch ohne Außenarzt in Schnaittenbach weiterhin der Fall.

Dieses Szenario sei bei dem Systemwechsel "betrachtet worden" und stelle kein Problem dar: In Hirschau sei schließlich ein Rettungswagen stationiert, in Schnaittenbach gebe es zudem den "Helfer vor Ort", der lebensrettende Maßnahmen einleiten könne, bis der Notarzt eintreffe. Für Letzteres existiere keine Frist. Für die Zeit, die vergehen darf, bis der Rettungswagen da ist, schon. Zwölf Minuten dürfen es laut Birkholz sein: "Diese Hilfsfrist wird erreicht", unterstreicht er.

Die neue Vergütungsstruktur sei ein Systemwechsel. Birkholz geht davon aus, dass dadurch einige Notärzte finanziell leichte Einbußen haben werden, "andere werden zulegen". Allerdings merkt er auch an: "Wir können die Problematik der Bezahlung nicht beeinflussen." Das sei Sache der Kostenträger.

Den in der Debatte oft angeführten Hinweis auf die Kosten, die ein Rettungshubschrauber-Einsatz verursacht, relativiert er: Luftrettung sei "sicher nicht preiswert", aber die Kosten dafür entstünden vor allem durch die Vorhaltung von Hubschrauber, Standort und Personal. Der eigentliche Einsatz falle dagegen nicht ins Gewicht. (eik)
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