Wie Bürger die Stadt sehen

1200 Bürgern wurden Fragebögen zugeschickt, etwa 500 haben geantwortet. Über 40 Prozent, das ist bei Umfragen "ein sehr, sehr guter Wert", betonte Dr. Robert Leiner von der "iq"-Projektgesellschaft. Sie "baut" mit den Pfreimdern an der Stadtentwicklung.

Pfreimd. (cv) Die iq-Projektgesellschaft ist federführend bei der Bürgerbefragung, die im Zuge von ISEK, dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept, über die Bühne ging. Bei der Bürgerversammlung (wir berichteten) wurde das Resultat präsentiert. Ziel ist ein Zukunftsprogramm für die Stadt Pfreimd. Wichtig war "iq", dass der Blickwinkel der Einwohner berücksichtigt wird.

Guter Wohnstandort

Dr. Leiner kam zu dem Schluss, dass man durchaus an der einen oder anderen Schraube drehen müsse, doch Pfreimd genieße von den verteilten Noten her gesehen als Wohnstandort, bei der Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten, in der Verkehrssicherheit der Fußgänger, der Erreichbarkeit von Kindergarten/Schule eine "sehr hohe Zufriedenheit". Deshalb sein Motto: "Hier lässt es sich gut leben". Kritisch wird der Durchgangsverkehr gesehen. Bei den Kinderspielplätzen wäre ein größerer Platz mit einem Motto anzudenken. Ein Manko wird in fehlenden Treff- und Aufenthaltsbereichen im Freien gesehen. Doch Wege in die Natur, das Zusammenleben, die Nachbarschaft - das wird positiv gewertet.

Gefragt wurde auch nach der Lebensqualität in der Stadt: Man kann alles Wichtige vor Ort einkaufen, so der Tenor. Defizite werden hingegen in der Gastronomie und Außengastronomie genannt. "Darum muss man sich kümmern", so Dr. Leiner. Mehr Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten wären wünschenswert. Pfreimd hätte gute Ansätze, ein hochwertiges Freizeitgebiet zu entwickeln. Auch im Veranstaltungsangebot gebe es "etwas Luft nach oben".

Die Gastronomie

Gefragt wurden die Bürger, welche Angebote in Pfreimd fehlen oder in Zukunft wünschenswert wären. Ganz oben steht da mit 32,3 Prozent der Drogeriemarkt. Es folgen Gastronomie (25,1), Einzelhandel (14), Treffpunkte für Jugendliche (13,7), soziale Infrastruktur (12,4) und Freizeitinfrastruktur (10,8).

Positiv empfinden die Bürger in Pfreimd die sozialen, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen (11,4), bei der Gastronomie explizit das Buchcafé (9,5), städtebauliche Sanierungsmaßnahmen (9,3), Veranstaltungen wie Fasching, Kirchweih (9,1) und die wirtschaftliche Entwicklung (8,3). 7,4 Prozent nannten die Freizeitinfrastruktur und das Vereinsleben. Die Negativliste führten die Leerstände in der Altstadt (17 Prozent) an. Es folgen die Einzelhandelssituation (16,7), die Situation der Stadtmitte (16,4). Gastronomie (13,2), soziale Situation (Hochhäuser) mit 8 und Freizeitmöglichkeiten/Spielplätze mit 7,4 Prozent.

Wichtig war den Projektanten, wie die Pfreimder die Wohn- und Lebensqualität der Stadt für ihre persönlichen Bedürfnisse und die Entwicklung in den nächsten Jahren einschätzen. Die Grundstimmung ist positiv: "Mit 67,6 Prozent im oberen Mittelfeld", freute sich Dr. Leiner. 5,8 Prozent vertreten die Meinung "es war schlecht und wird schlecht bleiben". Doch für den Großteil der Pfreimder gelte: "Sie glauben an ihre Stadt". An Eigenschaften ordnen sie der Stadt "gemütlich, überschaubar, familiär" zu. Einziges Haar in der Suppe ist für Dr. Leiner die Bezeichnung "nüchtern". Nun gelte es, die Stadt mit dieser Umfrage in der Hinterhand weiterzuentwickeln. "Ich hoffe, dass wir ihnen gute Vorschläge machen können", so Dr. Leiner.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.