Wie die Pfeifen der Orgel

Im Jahresabschlussgottesdienst erinnerte Stadtpfarrer Hannes Lorenz an die Höhepunkte des Jahres 2014 in der Pfarrei. In seiner Predigt stellte er die Orgel - hier gespielt von Jonathan Brell - in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Bild: bph

Die Orgel des Sankt Johannes Domes bezeichnete Pfarrer Hannes Lorenz am Silvesterabend als aussagekräftiges Instrument "unserer Kirche und Pfarrgemeinde". Für ihn Grund genug sie beim Jahresrückblick zu Hilfe zu nehmen. "Sie erzeugt einen Klang, der uns zu Herzen geht."

Nabburg. (bph) "Ein Jahr der festlichen Höhepunkte war 2014 für die Pfarrei St. Johannes". Das waren laut Pfarrer Hannes Lorenz das neue Gotteslob, der neue Kirchenmusiker, Primiz, Priesterjubiläen und ein neuer Kaplan.

Das Jahr verglich der Priester mit den verschiedenen Pfeifen der Orgel: "Da sehen die Meisten zu allererst die Pfeifen, die ganz vorne stehen, groß und mächtig. Sie erinnern mich an die großen weltbewegenden Vorkommnisse. Etwa Mauerfall oder Fußballweltmeister. Das waren zwar Ereignisse, die im Mittelpunkt standen - sie haben eine Melodie vorgegeben - aber sie waren für das Leben wohl kaum ausschlaggebend."

Der Ton des Alltags

Viel wichtiger seien da die Höhen und Tiefen der leisen Töne, die verschiedenen Flötenregister, ohne die keine Orgel auskomme: "Der Ton des Alltags, der mal freudiger und höher, mal beschwerlicher und tiefer erklingt, aber auf den wir uns stützen können." Der Seelsorger meinte damit die Klangfarbe des Miteinanders mit vertrauten, lieben Menschen in Familie, Partnerschaft und Bekanntenkreis. "Das Zusammenspiel dieser leisen Töne tut gut. Es kann uns auffangen." Die Orgel von St. Johannes habe auch ein Schwellwerk, mit dem man Töne lauter oder leiser an- und abschwellen kann. "Dies ist sozusagen das Register unserer Kirche und Pfarrei." Hierzu zählte Lorenz die Primiz von Dr. Thomas Hösl, die Priesterjubiläen von Joseph Lobinger und Gottfried Rottner und den Empfang von Kaplan Christian Blank. Dazu positive bundesweite Reaktionen auf den Fernsehgottesdienst am zweiten Adventssonntag. Und auch der neue Pfarrgemeinderat, der zu einem "Aktivposten" geworden ist.

Anonyme Mails

Die Orgel kenne auch Mischtöne, schräge und scharfe, besser gesagt, falsche Töne. Die Welt sei davon nicht frei. In der Pfarrei seien das anonyme E-Mails an den Pfarrer und pausenlose, sinnentstellende Verdrehungen der Gerüchteküche. "Sind Sie bereit, am Silvesterabend auch ehrlich zu Ihren ganz persönlichen falschen und schrägen Tönen zu stehen?" fragte der Pfarrer.

Wie die verschiedenen Pfeifen einer Orgel sei das Jahr 2014: Das Entscheidende sei, dass sie zusammenspielen und zusammen erklingen. Das Wesentliche aber sei der Organist - "Gott". Für 2015 erhofft Pfarrer Lorenz, "dass wir mit Gottes Kraft und Segen dazu beitragen, eine weitere Melodie zu spielen. Ein Lied Gott zur Ehre mit unserem ganzen Leben, mit allen uns zur Verfügung stehenden Pfeifen." Vor dem Einzelsegen übermittelte der Pfarrer noch die Neujahrswünsche von den beiden Missionaren aus Südafrika.
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