Wie ein Fels im Wald

Die St.-Peters-Kirche wird 65 Jahre alt. Der Wunsch der Steinwälder nach einem eigenen Gotteshaus bestand bereits in den 1920er Jahren. Doch erst fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde aus Träumen Realität. Der Förderverein Steinwaldkirche lädt am Sonntag, 5. Juli, zum Petersfest ein.

Bis zum Bau des Kirchleins mussten die Gläubigen mangels Fahrgelegenheit bis zu einer Stunde den weiten Weg zur Pfarrkirche nach Erbendorf unternehmen, um am sonntäglichen Gottesdienst teilzunehmen. Ende der 20er Jahre wurde deshalb bereits über den Bau einer Kirche nachgedacht. Geplant war der Kirchenbau zwischen der Schule und dem Wirtshaus in Wäldern.

Sparbuch und Feldsteine

Ein Zitat vom Erbendorfer Stadtpfarrer Johann Nepomuk Heigl zum Anliegen der Steinwaldbevölkerung ist noch überliefert: "Ja, ihr Stawalder seid schlau. A Schul' habt's, a Wirtshaus habt's und jetzt braucht's no a Kirch'n". Zur Finanzierung war bereits ein Sparbuch angelegt. Bauern karrten Feldsteine vornehmlich für die Grundmauern heran, doch die Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts machte das Vorhaben zu Nichte.

In der Nazi-Zeit war das Projekt auf Eis gelegt. Erst nach 1945 kam wieder Schwung in die Sache, bei der vor allem der Erbendorfer Stadtpfarrer Josef Hofmann die Initiative ergriff. Erfahrung im Bau einer Kirche hatte er bereits. Denn in seiner Zeit in Krummennaab wurde die katholische Pfarrkirche neu errichtet.

Bald der erste Frost

Haussammlungen wurden veranstaltet, Spenden gesammelt. Aus umliegenden Steinbrüchen wurde Material herangeschafft und Steinhauer gingen ans Werk, die Granitsteine in Form zu bringen. Die Baufirma Wilhelm und Josef Bauer aus Erbendorf begann Anfang 1947 mit den Arbeiten, und am 24. August wurde die Grundsteinlegung gefeiert. Noch heute ist beim Turmeingang an der Westseite der Kirche dieser mit der Jahreszahl 1947 zu sehen. Doch im Spätherbst 1947 mussten die Bauarbeiten wegen schlechten Wetters und erstem Frost eingestellt werden.

1948 konnte die Arbeit wegen der Währungsreform nicht weitergeführt werden. Obwohl nach verbauten 25 000 noch rund 30 000 Reichsmark zur Verfügung standen, waren diese von heute auf morgen nichts mehr wert. Doch auf Drängen von Pfarrer Hofmann sammelten die Steinwälder wieder Geld. Die Thumsenreuther Firma Hermannsdörfer übernahm die weiteren Bauarbeiten und stellte die Kirche im Oktober 1949 im Rohbau fertig. Zahlreiche Arbeiten waren unter der Leitung von Pfarrer Hofmann noch nötig, bis die Kirche am 15. August 1950 von Weihbischof Dr. Johann Baptist Höcht geweiht werden konnte.

Raue Landschaft

Seither fügt sich die Kirche mit ihrem trutzigen Äußeren gut in die raue Landschaft des Steinwalds auf einer Anhöhe am Waldesrand ein. Der aus unverputzten Granitplatten errichtete Bau mit einem rund 18 Meter hohen Westturm mit vier doppelten Klang-Arkaden präsentiert sich im Inneren mit einer schlichten flachgedeckten Saalkirche mit drei Achsen rundbogiger Fenster, einer leicht eingezogenen Apsis im Osten und einer schlichten Orgelempore im Westen. Auf ihr erklingt seit 2005 eine rein mechanische Schleifbandorgel mit 654 Pfeifen, die Bischof Wilhelm Schraml geweiht hat. Gebaut wurde sie ursprünglich 1958 für eine Gemeinde in Berlin, wurde dann aber in der Auferstehungskirche in Rüsselsheim installiert. Den Innenraum schmücken großflächige Wandmalereien mit dem Kreuzweg, die der Künstler Ossy Treutz 1950 schuf.

Erweitert werden sie um den Altar mit Szenen, die sich auf den Kirchenpatron Petrus beziehen. Die Kirche wird noch regelmäßig für Gottesdienste der katholischen Pfarrei, aber auch der evangelischen Kirchengemeinde genutzt. Äußerster Beliebtheit erfreut sie sich bei Brautpaaren. Seit vielen Jahren kümmert sich der Förderverein Steinwaldkirche um den Erhalt. Zahlreiche Projekte stießen die Mitglieder an. Neben Instandsetzungsarbeiten waren dies unter anderem die Pflasterung vor dem Eingangsbereich der Peterskirche oder im vergangenen Jahr die Restaurierung der Heiligenfiguren. Auch konnten zahlreiche liturgische Gegenstände erhalten werden.

Auf Spenden angewiesen

"Der Förderverein Steinwaldkirche ist für seine Vorhaben auf Spenden angewiesen", stellte Vorsitzender Ferdinand Schieder fest. Deshalb sei man auch oftmals Gastgeber für Konzerte. Der Förderverein freut sich immer über neue Mitglieder.
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