Wie nach einem Manöver

Tiefe Spuren, klitschiger und nasser Boden: Auf etwa 250 Meter ist der Jägersteig nach Waldarbeiten nur schwer begehbar. Bild: bkr

Das südliche Fichtelgebirge, den Hochwald, durchziehen zwei beliebte Wanderstrecken: der Westweg und der Jägersteig. Beide wurden in den zurückliegenden Wochen durch Waldarbeiten in Mitleidenschaft gezogen - sehr zum Missfallen der Wanderer.

Immenreuth. (bkr) Einer von ihnen ist Kurt Schmidt. Ihn lasse es erschaudern, was momentan "in einer der schönsten Regionen des Fichtelgebirges" passiert. Markante Höhenzüge mit Weitblicken in das Kemnather und Bayreuther Land sowie tiefe Täler wie die Flötz würden zum Wandern und Mountainbiken einladen. Doch der Westweg, dessen Teilstück von der Gänskopfhütte bis zum Poppenberg führt und dessen Mittelpunkt die Haidenaabquelle ist, sei zum großen Teil nicht mehr als Wanderweg erkennbar. Auch das Fahren mit dem Mountainbike sei nicht mehr möglich, berichtet der Immenreuther.

Gleiche gelte für den Jägersteig, der von Ahornberg zum Bayreuther Haus führt. Beim "Roten Felsen" im Flötztal habe man auf einer Länge von rund 250 Metern den Eindruck, dass ein großes Militärmanöver abgehalten worden sei. Der Weg könne im nördlichen Teil weder zu Fuß noch mit dem Rad benutzt werden.

Gewisses Verständnis

"Ich kann ja verstehen, dass die abgeschlossenen Holzlieferverträge noch erfüllt werden müssen, doch dass deswegen so gnadenlos und rücksichtslos mit unserer Natur umgegangen wird, ist unbegreiflich", meint der Rentner. Er fragt sich, warum die gekennzeichneten Wanderwege nicht ausgespart werden. Holzrückefahrzeuge könnten doch abseits davon eingesetzt werden. Aus der Natur könne selbstverständlich Wertschöpfung betrieben werden, "doch alles sollte mit Maß und Ziel zum Wohle aller ausgeführt werden".

Zu den Arbeiten am Rotenfels und den damit verbundenen Schäden am Wanderweg nimmt die Stadt Kemnath Stellung. Demnach erfolgten im Stadtwald Kemnath, Abteilung Rotenfels, im September/Oktober dringend erforderliche Holzerntearbeiten. Dabei musste, bedingt durch die extreme Trockenheit im Sommer, durch einen außerplanmäßigen Einschlag Käferholz beseitigt werden. In diesen Hanglagen seien maschinelle Holzernte- sowie Rückearbeiten nur mit sogenannten Holzrückebändern möglich.

Wieder begehbar machen

"Der angesprochene Wanderweg zum Roten Felsen ist ein Erdweg, der gleichzeitig schon immer auch als Holzrückeweg dient." Natürlich entstünden durch Arbeiten mit den schweren Maschinen auch einige Schäden. Die Stadt Kemnath sei aber "selbstverständlich bemüht, diesen Wander- und Rückeweg wieder für Wanderer im schönen Flötztal begehbar zu machen".
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