Wie Sportlehrer auch im Alter fit bleiben
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Kemnath. (stg) Die Realschule Kemnath hat einen frisch Promovierten im Lehrerkollegium: Alois Spitzer hat an der Universität Bayreuth am Institut für Sportwissenschaften bei Professor Peter Kuhn seine Dissertation eingereicht. Die Arbeit des aus Pressath stammenden Pädagogen mit dem Thema "Erfolgreiches Altern im Sportlehrberuf" erhielt die Bewertung "magna cum laude".

Die Diskussion um die Lehrergesundheit hält seit Jahren an und sie wird auch in der Sportwissenschaft im Hinblick auf die Besonderheiten des Sportlehrberufs öffentlich und intensiv geführt. Dabei steht meist die Frage nach den Belastungen der Lehrkräfte und nach den Gesundheit beeinträchtigenden Faktoren im Mittelpunkt. Spitzer wollte wissen, wie Sportlehrkräfte Belastungen vermeiden, lösen sowie bewältigen und was sie gesund hält. Dies konkretisierte er in der Frage: "Wie gelingt es Sportlehrkräften, ihr Berufsleben bis zur Pensionierung so zu gestalten, dass sie durchgängig motiviert und engagiert unterrichten können?"

Der 41-Jährige interviewte 23 Kollegen an Gymnasium, Realschule, Mittelschule und Grundschule aus ganz Bayern, die zwischen 50 und 65 Jahre alt waren. "Sie waren in ihrer Tätigkeit als Sportlehrkraft noch gut drauf und gingen somit noch gerne in die Schule", berichtet Spitzer. Anhand eines Leitfadeninterviews erhielt er Informationen über das erfolgreiche Bewältigen von Belastungen und das Gelingen des eigenen Tuns im Handlungsfeld Schule. Die Aussagenbeispiele ergaben ein Bild, wie man Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung nachhaltig unterstützt und wie man dabei als Sportlehrer in fortgeschrittenem Alter gesund und zufrieden ist.

Das Ergebnis: Erfolgreich alternde Sportlehrkräfte verfügen neben Personal-, Fach-, Sozial- und Methodenkompetenzen über verschiedene Persönlichkeitsmerkmale und Widerstandsressourcen. Zudem zeigen sie pädagogische Professionalität und reflektieren ihre berufliche Entwicklung. Neben den bekannten Berufsmodellen berücksichtigte Spitzer erstmals das private Umfeld. Zu den neu gewonnen empirischen Daten betrachtete er die verschiedenen Berufsmodelle im Zusammenhang und erhielt so ein Gesamtmodell, das eine Vorstellung über eine Tätigkeit gibt, in der Sportlehrkräfte einerseits den Berufsalltag bewältigen und andererseits langfristig engagiert arbeiten können.

Nachdem Sportlehrkräfte mindestens ein Zweitfach unterrichten und die Studie weit über den Sportunterricht hinausgeht, können seine Erkenntnisse auch global auf Pädagogen fast aller anderen Fächergruppen übertragen werden. Im Gutachten von Professor Kuhn heißt es: "Auch die internationale Literatur weist keinen vergleichbaren Ansatz auf. Man kann davon ausgehen, dass Alois Spitzer mit seiner Studie bislang unbekannte Aspekte in einer vertrauten Welt entdeckt und beschreibt".
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