Wiedersehen nach knapp 30 Jahren: Hans Höller und Monika Reischl verbindet die Leidenschaft für ...
Ein bisschen Wehmut bleibt

(rn/juh) Es stellt sich wie eine Szene aus einem Film dar: Nach 28 Jahren ohne Kontakt treffen zwei Käfer-Liebhaber in Eschenbach wieder aufeinander. Die Hauptpersonen dabei sind Hans Höller, der ehemalige Betreiber der VW-Werkstatt St. Christopherus beim Rußweiher, und Monika Reischl aus Bad Tölz.

Die Oberbayerin wollte sich 1987 einen Käfer kaufen - einen echten, in Deutschland hergestellten: Die Produktion war damals bereits nach Mittelamerika verlegt worden. Nach langem Suchen fand sie bei Hans Höller ein solches Auto "made in Germany". Und dieses rollt bis heute über die Straßen.

Suche mit Hindernissen

Ihre Versuche, über das Internet mit der örtlichen VW-Werkstatt Kontakt aufzunehmen, schlugen fehl. Einer der Nachfolger Höllers hatte den Standort Eschenbach aufgeben. Tankstelle sowie Wohn-, Büro- und Werkstattgebäude wurden abgebrochen. Seit Jahren stehen dort die Einkaufsmärkte Neukauf und Lidl.

Reischl versuchte es deshalb übers Telefonbuch. Der erste Anruf kam zwar bei einem Hans Höller an. Doch der ist kein Käfer-Liebhaber: Sein Hobby ist die Jagd. Er stellte aber die Verbindung zum gesuchten Hans Höller her. Und dann stand für die Käfer-Freundin eine Fahrt in die Oberpfalz an. "Ich habe Monika Reischl den Käfer im Jahr 1987 verkauft. Seitdem hatten wir überhaupt keinen Kontakt. Es war überraschend für mich, dass sie sich bei mir gemeldet hat, aber es hat mich sehr gefreut", betont der 92-jährige Höller. Eigentlich wollte der Eschenbacher den VW behalten: "Ich bin schon 4000 Kilometer damit gefahren, ich wollte immer einen VW Käfer haben - und das, solange ich lebe." Eines Tages erreichte ihn ein Anruf von Reischl. Die Oberbayerin hatte bereits sämtliche Autohändler auf der Suche nach einem Käfer abgefahren - ohne Erfolg. Dann bekam sie den Tipp: "In Eschenbach soll es einen geben, einen echten Deutschen bei Höller."

Am gleichen Tag gekauft

Kurze Zeit später kam Reischl zusammen mit einer Freundin nach Eschenbach und begutachtete das gute Stück. "Sie war sofort begeistert. Noch am gleichen Tag hat sie den Wagen mitgenommen", erklärt Höller. Es sei ihm sehr schwer gefallen, sich von seinem Käfer zu trennen. "Ich habe es schon bereut. Nachdem ich ihn verkauft hatte, habe ich mich nie mehr nach einem anderen umgesehen", erzählt Höller wehmütig.

Zum Wiedersehen gehörten Ausfahrten ins Oberseegebiet und nach Grafenwöhr. Nach fest 30 Jahren war für den 92-Jährigen der Moment gekommen, an dem er sein geliebtes Auto wieder fahren durfte. "Es war ein gutes Gefühl." Höller erfuhr, dass der Käfer "noch wie am ersten Tag läuft". Lediglich der Kilometerzähler funktioniert nicht mehr.

Reischl schätzt die bisherige Fahrleistung auf mehr als 200 000 Kilometer. Obwohl ihr ein Kaufangebot über 30 000 Euro vorliegt, will sie sich auf nicht von "ihrem Käfer" trennen, der sie bereits bis nach Irland geführt hat.
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