Wiesauer Halle auf Prüfstand

Weitgehend ungenutzt sind die alten Hallen der Wiesauplast seit dem Neubau am Ortseingang. Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz brachte die Räume als Standort für die neue Atemschutz-Übungsstrecke ins Gespräch. Bild: si

Wohin denn nun mit der Atemschutz-Übungsstrecke? Das Versprechen steht: Bis zur nächsten Sitzung des Kreisausschusses im März liegen konkretere Kosten vor. Vor allem auch, was eine Alternative im Landkreis Tirschenreuth angeht.

Tirschenreuth. (as) Landrat Wolfgang Lippert steht zu seiner Meinung. Für ihn wäre es die perfekte beste Lösung, gemeinsame Sache mit dem Landkreis Neustadt und der Stadt Weiden zu machen und in Neuhaus eine leerstehende Halle zu nutzen.

"Niemand sagt, dass wir Neuhaus nicht wollen", bekräftigte Toni Dutz am Dienstag. Aber der Fraktionsvorsitzende der CSU will auch Möglichkeiten im eigenen Landkreis geprüft wissen. Deshalb brachte er die weitgehend leerstehenden alten Hallen der Firma Wiesauplast ins Gespräch. Konkrete Aussagen, was das kosten würde, sollen folgen.

"Wir brauchen belastbare Zahlen", unterstrich Dutz. Die Sache sei noch nicht entscheidungsreif. Bisher würden Äpfel mit Birnen verglichen. Vor allem seien die Fragen nach den Folgekosten für den Landkreis unbeantwortet. Vehement wandte er sich gegen die Ansicht, Kritiker der Neuhaus-Lösung seien "ewiggestrige Kirchturmpolitiker". "Wir haben die Pflicht, objektiv zu prüfen, was eine eigene Lösung kosten würde. Wenn dann Neuhaus die günstigste Variante ist, sind wir die Letzten, die Nein sagen."

Dem CSU-Sprecher war es auch ein Anliegen, die Atemschutz-Übungsstrecke und die Pflegestelle für die Geräte an einem Ort zu konzentrieren. "Wir haben eine Alternative." Nicht so richtig gelten lassen wollte Dutz auch die Rechnung, die der Landrat bei der Besprechung mit den Feuerwehr-Kommandanten aufgemacht hatte. Demnach hätten die wenigsten Wehren nach Neuhaus eine längere Anfahrt als bisher nach Tirschenreuth, für die meisten würde sich die Fahrzeit verringern. "Wenn wir mit den Fahrzeiten nach Wiesau in der Mitte des Landkreises vergleichen, sieht die Rechnung anders aus", war sich Dutz sicher. Landrat Lippert rollte in groben Zügen nochmals die Vorgeschichte der Diskussion auf. "Alle waren begeistert", schilderte er die Eindrücke nach der ersten Besichtigung im September in Neuhaus. Allerdings räumte er ein, dass es besser gewesen wäre, Kreisbrandmeister und Kreisbrandinspektoren früher mit ins Boot zu holen.

Bei der Frage nach den Kosten stand rund eine Million Euro im Raum, falls die Stadt Tirschenreuth beim Neubau ihres Gerätehauses die Atemschutzstrecke für den Landkreis integriert. Bei der gemeinsam genutzten Neuhauser Halle kämen rund 3000 Euro Mietanteil inklusive aller Nebenkosten pro Monat auf den Kreis zu. Dies sei allerdings eine vage Schätzung, sagte der Landrat. "Wir werden demnächst ein konkretes Angebot auf dem Tisch haben", kündigte er Zahlen auch für Wiesau an.

Allerdings hielt es der Landrat für schwer vermittelbar, sollten einmal in 15 Kilometern Entfernung zwei Atemschutz-Übungsstrecken existieren. "Eins ist klar: Der Landkreis müsste dann die rund 200 000 Euro, die der Einbau der eigentlichen Übungsstrecke kostet, aus eigener Tasche zahlen." Selbst wenn sich auf eigenem Gebiet eine geeignete und günstige Halle fände, "würden Weiden und Neustadt nie mitziehen". Denn die wollten in Neuhaus eine große Lösung für den Katastrophenschutz und würden dafür anteilsmäßig auch mehr bezahlen.
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