"Wild Bluesman" bringen Schafferhof-Tenne zum Beben - Zugaben bis kurz vor Mitternacht
Solo in Socken: Publikum jubelt

Warm up? Von wegen! "Wild Bluesman" spielten am Schafferhof sofort volles Rohr. Das Klavier jubelte im Boogie-Sound, und Peter Schneider ließ seine E-Gitarre beim "Dirty Mistreater" jaulen.

Bereits beim zweiten Stück, "I'm going back to Birmingham" war Bewegung im Publikum. Erste Pfiffe und lautstarker Applaus waren zu hören. Köpfe und Füße wippten im Takt. Kaum einer bleib ruhig. Der stets witzige und gutgelaunte Steve "Big Man" Clayton spielte mit den Reaktionen des Publikums.

Rasche Wechsel

Auf heißen Boogie-Woogie folgte melancholischer Blues. Aus dem nachdenklichen Schwelgen danach riss ein Rock 'n' Roll. Ein umwerfendes Gitarrensolo gab Peter Schneider bei "Ain't that good lovin'". Der Blues ergoss sich förmlich von der Bühne über das begeisterte Publikum. Als Kontrast das temperamentvolle "Gotta Lotta Lovin'", bei dem "Big Man" die Hände in atemberaubendem Tempo über die Tasten seines Yamaha-Pianos rasen ließ. Dazu behauptete er, er sei der "Sugar Coated Daddy", der seinem "Baby" ins Ohr flüsterte "I love you night and day". Alle diese Songs finden sich auch auf der neuen CD "Homecoming". Schneider setzte die Akkorde auf seiner E-Gitarre hart, klar und aufwühlend, bewegte seine Lippen im Sound, war ganz eins mit seinem Instrument.

Tanzfläche voll

Nach der Pause ging es im selben Tempo weiter. Steve "Big Man" Clayton war ein Tier auf seinem Piano. Er hämmerte die tollsten Töne heraus, raste mit den Fingern auf der Klaviatur auf und ab. Sein Solo "Big Man Boogie" - die Musikerkollegen hatten dazu die Bühne verlassen - riss zu Begeisterungsstürmen hin. "Boogie in the Barrelhouse" füllte endgültig die Tanzfläche.

Obwohl die "Wild Bluesmen" ihre Songs selber schreiben, gab es eine Ausnahme: ein großartiges Arrangement auf "Whole Lotta Love" von Led Zeppelin in Boogie-Version. Auch Bassist Uli Lehmann und der Weidener Schlagzeuger Oskar Pöhnl überzeugten mit ihren Soli und perfekter Begleitung. Dass bei so viel musikalischer Großartigkeit natürlich donnernder Applaus mehrere Zugaben forderte, war klar.

Bei "Whole lotta Shakin'" zog Clayton seinen rechten Schuh aus und spielte im Stehen mit Händen und rotbesocktem Fuß Piano. Ein umwerfender "Hoochie Coochie Man" und ein furioses Boogie-Woogie-Finale entließen verschwitzte Zuschauer, Tänzer und Musiker am Freitag kurz vor Mitternacht nach Hause.
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