Wilde Zeiten vorbei

Gründungsmitglied Adolf Gmeiner (mit Urkunde) ist neues Ehrenmitglied der "Luhetal"-Schützen. Für verdiente Mitglieder gab es Gau- und Bezirksehrungen. Stadtrat Johann Gösl (links) beglückwünschte den Verein zum 60-jährigen Bestehen. Bild: dob

Die "Luhetal"-Schützen gibt es, wenn auch unter anderem Namen, seit 1929. Seit der Neugründung vor 60 Jahren gab es viele personelle Wechsel. Nun führt Thomas Eiberweiser die Gemeinschaft.

Als "wilder Verein" gingen die Kaimlinger vor 1955 dem Schützensport im früheren Gasthaus Widermann nach. Legitimiert wurden sie schließlich mit der Wiedergründungs-Versammlung, die Richard Schönberger und Karl Woppmann vorantrieben. Stellvertretende "Luhetal"-Schützenmeister Josef Herrmann erinnerte an den Anfang am 30. Januar 1955. Josef Hengstl ließ sich wenige Tage später zum ersten Schützenmeister und Richard Schönberger zum Vize wählen. Josef Urbaneck (Schriftführer), Erhard Zahner (Kassier), Karl Woppmann (Schießwart) und Erhard Schönberger (Beisitzer) bildeten damals die engere Führung. Seinerzeit entstand auch der Name "Luhetal"-Schützen.

Nicht nur Harmonie

Bei seiner Gründung 1929 handelte es sich noch um den Schützenverein "Bayerntreue". Ziemlich häufig wechselte zu dieser Zeit der Vorstand. Herrmann listete alle Vorsitzenden der vergangenen 60 Jahre auf: Josef Hengstl (6. Februar 1955 bis Juni 1955), Richard Schönberger (Juni 55 bis 8. Juni 1957), Otto Maier (28. Juni 1957 bis 20. Januar 1963), Wolfgang Kahriger (20. Januar 1963 bis 29. März 1974), Alois Pelzl (29. März 1974 bis 5. Januar 2001). Ab diesem Zeitpunkt übernahm Josef Herrmann, der am Samstag beim 60. Wiedergründungs-Jubiläum sein Amt zurückgab. Thomas Eiberweiser ist der neue Chef. In den letzten Jahrzehnten habe sich der Verein in ruhigem Fahrwasser bewegt. Diese Kontinuität setze sich nun mit dem neugewählten Schützenmeister Thomas Eiberweiser fort, sagte Herrmann. Streitereien seien vereinsintern normal. Eine dieser Zwistigkeiten hätte auch ihn Anfang der 90er Jahre in das Amt des stellvertretenden Schützenmeisters gedrängt.

Von 21 Gründungsmitgliedern leben noch 3. Zum bereits ernannten Ehrenmitglied Hubert Wenzl gesellten sich am Samstag mit Adolf Gmeiner und Ferdinand Bauer zwei weitere. Herrmann überreichte den Männern der ersten Stunde reich verzierte Urkunden.

Schießstand musste her

Schützenheim war zu Beginn der Gasthof Widermann. Doch bereits zwei Jahre später wurde der Bau eines eigenen Schießstands in Erwägung gezogen. Das Vorhaben scheiterte jedoch an Bauplatz-Schwierigkeiten und wurde zurückgestellt. Anfang der 60er Jahre schien der Wunsch unter Vorsitzendem Otto Maier doch Wirklichkeit zu werden. Landwirt Karl Kunstfeld verkaufte ein Grundstück für diesen Zweck. 1960 wurde der erste Bauabschnitt mit dem Richtfest abgeschlossen, 1961 erfolgte der Rohausbau. Geldmangel stoppte dann die Fertigstellung. Wolfgang Kahriger sprach beim damaligen Bezirkssportleiter Gottfried Eiberweiser vor und bat um finanzielle Hilfe für die Schießanlage. Der Kaimlinger nahm Verbindungen zum Landessportverband auf und erreichte, dass 2400 Mark an Zuschüssen flossen. Mit Geld- und Sachspenden befreundeter Wohltäter und Firmen wurde das Projekt schließlich vollendet.

Viele ehrenamtliche Arbeitsstunden waren nötig. Das Bauholz spendeten Kaimlinger Bürger. Das Sägewerk Herold in Hammermühle schnitt es kostenlos. Trotzdem dauerte es fast bis 1970, bis das Schützenhaus fertig war. Ein Jahr später erweiterten die Mitglieder die Schießanlage auf sechs Stände. 1974 stand schon wieder eine Generalüberholung an.

1986 gab es im Ölofen eine Verpuffung, das Schützenhaus war komplett rußgeschwärzt. 1990 nahm der Plan vom Umzug ins alte Schulhaus Gestalt an. Im Schützenhaus wurde bis dahin im Freien geschossen, ein Manko. Schnell entsprach der Stadtrat dem am 29. Januar 1990 gestellten Antrag und gestattete eine Nutzung im ehemaligen Schulhaus. Am 13. März 1994 war es geschafft. Seither wurde immer wieder investiert, damit die Schießanlage den geforderten Richtlinien entsprach. Doch auch viele Feste wurden im Luhetal gefeiert, so die Fahnenweihe am 1. Juni 1958 mit der Fahnenbraut Rosa Schmucker.

Im Juni 1979 beging der Schützenverein das 50-jährige Gründungsjubiläum mit 53 Vereinen unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Max Steger. 1988 wurde die in die Jahre gekommene Vereinsfahne im Kloster Michelfeld restauriert. 2004 stand das 75-jährige Vereinsjubiläum auf dem Programm. Daneben berichtete Herrmann von unzähligen sportlichen Veranstaltungen in den 60er Jahren. Sogar auf die Titelseite der Bayerischen Schützenzeitung schafften es "drei coole Typen" aus dem Luhetal. Klaus Gieler, Dominic und Sven Maier machten damals als als Standartenträger und Begleiter von sich reden.

Uli Thomas erhielt das Ehrenzeichen "Klein-Silber". "Groß-Gold" bekamen Albert Hagn, Erhard Wittmann und Gerlinde Köppl. "Klein-Silber" des Bezirks wurde an Helmut Graf, Kurt Pelzl, Stefan Woppmann, Josef Schönberger und Gerhard Hagn überreicht. "Klein-Gold" des Bezirks erhielt Manfred Maier und "Groß-Silber" Wolfgang Spickenreuther.
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