Wildkräuter nicht links liegen lassen
Aus dem Ortsgeschehen

Arina Schultes (rechts) klärte die Teilnehmer der Wanderung über die Verwendungsmöglichkeiten verschiedener Wildkräuter in der Küche oder bei der Behandlung von körperlichen Beschwerden auf. Bild: alr
Neustadt am Kulm. (alr) Großen Zuspruch fand die vom CSU-Ortsverband organisierte Kräuterwanderung im Kulmwald. Laut der Expertin Arina Schultes habe der Mensch im 19. Jahrhundert noch zirka 450 Pflanzen verwendet. Heute sind es noch rund 30.

Beachtung fanden zunächst Gänseblümchen. Sind sie morgens geschlossen, da gibt es kaum Sonne - eher Regen, wusste Schultes. Sie ging auch auf den Spitzwegerich ein, der bei Atemwegserkrankungen antibakteriell wirkt sowie Insektenstiche und Brennnesselquaddeln lindert.

Die schmackhafte Vogelmiere enthält nicht nur viele Vitamine und Mineralien, sondert hilft bei Ekzemen speziell bei Kindern. Ein unbeachtetes Kräutlein ist der Giersch, ein Harnsäure treibendes Bitterkraut. Sein herzhafter Geschmack macht die Verwendung in der Küche leicht. Wildkräuter sollten nicht als Unkraut gesehen werden, betonte die Exkursionsleiterin. Sie hielten den Boden feucht und seien eine gesunde, unbelastete Nahrungsergänzung. Mädesüß-Blätter enthalten Salicylverbindungen. Der lateinische Name der Pflanze "Spireae" habe Pate gestanden für das weltweit bekannte Aspirin.

Zu ihrer Freude entdeckten die Teilnehmer eine große Knoblauchsrauke. Leicht antibiotisch wird das Kraut für schlecht heilende Wunden und für Mundspülungen empfohlen.

Nach dem Ehrenpreis wies Schultes auf den Gundermann hin. Diese Pflanze sei milchbildend bei Tieren. Bei Kopfweh könne man einen Kranz binden, müsse aber auf die ungerade Zahl der Blätter achten. Auch könne er bei Ohrensausen angewendet werden.

An der Raststätte erwartete Ortsvorsitzender Karlheinz Schultes die Teilnehmer zu einem leckeren Wildkräuterbüfett mit Kräuterlimonade, Apfelminzetee, Apfel-Holunderkuchen und Wildkräuterkuchen. Honig-Rosenbutter sowie eine herzhafte Wildkräuterbutter oder sahnigen Wildkräuterquark gab es zu frischem Bauernbrot. Und zum Nachtisch Gundermannblättchen mit Zartbitterschokolade bestrichen.
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