Windkraft: Landratsamt am Zug

"Wer will schon ein Windrad vorm Haus?", fragte Tobias Preininger. In der Aussprache in der Bürgerversammlung, die auf den Sachbericht von Bürgermeister Jürgen Kürzinger folgte, ging es dann doch emotionaler her.

Reinhard Linder wollte mehr über das geplante Windrad wissen. Er sowie Preininger verwiesen auf die Zehn-H-Regelung, die für den Abstand zu Wohngebieten gilt. Bürgermeister Jürgen Kürzinger gab dazu ein klares Statement ab: "Dieses Windrad wird heuer nicht mehr gebaut." Er verwies auf den Flächennutzungsplan, in dem ein Prozent der Gemeindefläche als möglicher Standort von Windrädern ausgewiesen werde. Hier gebe auch der Windatlas den Takt vor, und dieser habe das Gebiet zwischen Alt- und Neuzirkendorf als äußerst gut geeignet eingestuft. Der Bauausschuss habe ein Windrad genehmigt; jetzt liege der Plan beim Landratsamt, erläuterte Kürzinger.

Im Namen der Jagdgenossenschaft sprach Gerhard Schindler das Ausbaggern der Gräben an. Er wollte wissen, ob die Gemeinde nicht ein Grundstück zur Verfügung stellen könnte, auf dem der Aushub - meist Wurzeln und Mischdreck - abgelagert werden könne. Zweiter Bürgermeister Josef Schreglmann sah dafür wenig Chancen, da die Regelungen eingehalten werden müssten. So dürfe das Grundwasser nicht beeinträchtigt werden. Zudem bestehe die Gefahr, dass ein solcher Lagerplatz "zu einem Selbstläufer" werde: Bürger würden diesen Ort als öffentlichen Abladeplatz definieren und ihre Abfälle hinbringen. Zugesichert wurde aber, dass sich der Bauausschuss mit dem Antrag befassen wird.

Viele Bürger zeigten sich mit der Qualität der Flurwege nicht zufrieden. Überall klafften Löcher, die dringend repariert werden müssten, beklagten sie. Traktoren und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge umfahren diese zwar, weichen dabei aber meist in anliegende Wiesen und Äcker aus.

Das letzte Thema, zu dem sich eine Diskussion entspann, war ein Wasserschaden in einem Haus in Neuzirkendorf. Es sei versucht worden, den Wasserschieber zu schließen, um weiteren Schaden zu vermeiden. Doch: "Der bewegte sich nicht", berichtete Gerhard Schindler. Er schlug deshalb vor, dass die Bauhof-Mitarbeiter alle Schieber im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft einmal jährlich bewegen sollen.

Dies sei nicht zu stemmen, sagte Jörg Dollhopf, der Leiter des Bauhofes, und verwies auf seine kleine Mannschaft. Das Problem wird nun als "Hausaufgabe" in einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats behandelt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Neuzirkendorf (220)12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.