Windkraft polarisiert

Der Bund Naturschutz ist auch für Provokationen gut. Das zeigten einige Thesen im Festvortrag von Hubert Weiger:

Wenn ich einen Standort für Windkraft im Hessenreuther Wald ablehne, so sage ich trotzdem ja zu anderen Standorten. Stromtrassen braucht es nicht, wenn man konsequent die Ressourcen vor Ort nutzt.

Die 10-H-Regelung zwingt dazu, dass richtige Standorte für Windräder nicht mehr möglich sind. Auch das Bestreben der jeweiligen Gemeinden und Bürger führt dazu, dass Windkrafträder von den Ortschaften weg in die Natur verschoben oder ganz abgelehnt werden.

Jeder, der Windkraft ablehnt, ist ein Befürworter der Atompolitik. Entweder bei uns oder in Tschechien.

Diese drei Aussagen stießen bei Landrat Andreas Meier auf Widerspruch. Nicht jeder Windkraftgegner sei automatisch Atomkraftbefürworter. Er verteidigte die 10-H-Regelung und die Tatsache, dass bei der Planung von Windrädern die Kommunen weiterhin das Heft in der Hand behielten.

Der Regensburger Landtagsabgeordnete der Grünen, Jürgen Mistol, wandte kritisch ein, ob sich das denn noch vertrage, "wenn ich keine Stromleitungen will, weil Ressourcen vor Ort sind, aber zugleich gegen Windkraft im Hessenreuther Wald bin"? (fz)
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