Windkraftanlagen: Arzt sieht Gesundheitsrisiken
Ängste der Betroffenen

Guteneck. Von geplanten Windenergieanlagen in der Gemeinde Guteneck sieht sich ein Kreis von Bürgern aus Trichenricht und Trefnitz betroffen. Er hatte zu einer Informationsveranstaltung über die Gesundheitsrisiken von Windkraftanlagen ins Gasthaus Vetterl eingeladen.

Laut einer Pressemitteilung der Initiatoren der Veranstaltung erläuterte Michael Bräutigam, Facharzt für Allgemeinmedizin, die Zusammenhänge von Windkraftanlagen und gesundheitlicher Beeinträchtigung. Stress entstehe allein schon durch die optische Bedrängung der über 200 Meter hohen Anlagen. Der Schattenwurf, auch Disco-Effekt genannt, sei selbst im Wohnhaus als Stressfaktor gegeben. Der menschliche Körper reagiere ständig und unbewusst auf diese Reize in seiner Umgebung. Merkbare Auswirkungen seien Schlafstörungen und Unwohlsein, Herzkreislauf-, psychische sowie physische Störungen. Bräutigam betrachtet ebenso die Schallentwicklung als schwerwiegender Aspekt für die Gesundheitsgefährdung.

Von einer Windkraftanlage gehe auch Infraschall aus, der vom Menschen nicht wahrnehmbar sei und doch vorhanden wäre. Reinhard Mühlbauer, Messtechniker aus Gleiritsch, unterstrich die Auswirkungen. Er zeigte anhand einer Demonstrationsanlage die verschiedenen Stufen an. "Das Vibrieren der Tische und Gläser veranschaulichte sichtbar die Gebäuderesonanz", heißt es in der Pressemitteilung. Eine Abschwächung des Infraschalls sei je nach Umgebung bei einer Entfernung von zwei bis drei Kilometern zu erwarten.

Auf den Einwand eines Teilnehmers, dass die meisten Personen den ganzen Tag in der Arbeit und somit nicht den Gefahren ausgesetzt wären, entgegnete Bräutigam, dass nach der Arbeit und Schule der Körper Ruhe und Entspannung benötige. Da die Windkraftanlagen ständig vorhanden und mindestens 20 Jahre lang in Betrieb seien, wäre eine ebenso lange gesundheitliche Beeinträchtigung definitiv gegeben.
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