Windpark im Oberland: Bürgerwind-Geschäftsführer Wilczek reagiert auf Leserbrief
"Ein Dezibel ist ein Haufen Zeugs"

Die Diskussion über den geplanten Zuwachs für den Windpark Oberland hält an. Bild: upl
Andreas Wilczek, Geschäftsführer der Bürgerwind Region Freudenberg GmbH, spricht von einer "polemisch formulierten Behauptung", die es gelte, zurückzuweisen. Windkraftgegner Rüdiger Niethammer hatte in einem Leserbrief an unsere Zeitung (veröffentlicht am Donnerstag, 12. März) geschrieben, Wilczek wolle den Bürgern in der Gemeinde Freudenberg ein viertes Windrad schmackhaft machen. Seine Argumente dafür seien "in den Wind gesprochen".

Hintergrund ist der Streit um ein Projekt der Firma Voltgrün, die rund 700 Meter südlich von Hainstetten eine Windkraftanlage vom Typ Vestas V112 errichten will. Die Erteilung der Baugenehmigung durch das Landratsamt gilt mittlerweile nur noch als Formsache. Wie berichtet, hatte Wilczek interveniert und vorgeschlagen, statt einer mit Getriebetechnik betriebenen Vestas-Anlage, lieber zwei getriebelose Enercon-Windräder aufzustellen. Diese seien in der Summe immer noch deutlich leiser.

Wilczek stellt in seiner Erwiderung richtig, dass die bestehenden beiden Windräder einen Schallleistungspegel von 104,0 Dezibel (A) aufweisen "und nicht wie von Herrn Niethammer behauptet 105,6 Dezibel (A)". Gleichzeitig betont er, dass oberhalb der Marke von 100 ein einziges Dezibel mehr oder weniger "ein Haufen Zeugs" sei, "besonders in der menschlichen Wahrnehmung". "Wer sich einen akustischen Eindruck vor Ort verschaffen möchte, der kann auch die verscheidenen Windenergieanlagen im Landkreis, darunter auch zwei Vestas V112, bei mittlerer bis starker Windgeschwindigkeit besuchen", schreibt der Bürgerwind-Geschäftsführer.

Er unterstreicht auch, dass seine Gesellschaft das konkrete Projekt bei Hainstetten nicht betrieben habe. Weiter stellt Wilczek klar: "Die Windparkerweiterung im Freudenberger Oberland, von wem auch immer diese betrieben wird, basiert auf einem rechtsgültigen Flächennutzungsplan, ohne den sich derartige Diskussionen auf das gesamte Gemeindegebiet ausweiten würden und ein sicherlich ungewollter Wildwuchs programmiert wäre."

Nun gelte es, aus dem von Voltgrün initiierten Projekt das Beste zu machen. "Warum soll man eine laute Windenergieanlage zum bestehenden Freudenberger Windpark dazubauen, ... wenn es technisch eindeutig anders, vor allem geräuschärmer zu lösen wäre?" Dass die bestehenden Windräder nicht von Anfang an mit Geräuschminderern, sogenannten Serrations, ausgerüstet wurden, begründet Wilczek damit, dass diese Technik erst in den vergangenen beiden Jahren erprobt und freigegeben worden sei.
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