Windrad-Bau: Freudenberg erteilt doch Einvernehmen
Mit Zähneknirschen

Im Wald direkt an der Straße von Hainstetten nach Witzlricht (links im Bild) plant die Firma Voltgrün ein neues Windrad. Bild: Steinbacher
Freudenberg. (sche/ll) In der Dezembersitzung hatte der Freudenberger Gemeinderat wegen der unklaren Rechtslage noch das gemeindliche Einvernehmen für die Windkraftanlage verweigert, die die Firma Voltgrün südlich von Hainstetten errichten will. Am Dienstag erteilte er es nun - bei drei Gegenstimmen - doch.

Nur 700 Meter

Nach den neuen Regelungen in der Bayerischen Bauordnung hatte das Landratsamt auch die Gemeinde Fensterbach und die Stadt Schnaittenbach an dem Verfahren beteiligt. Als angrenzende Kommunen hätten sie der Freudenberger Windkraft-Konzentrationszone widersprechen können, die den Bau der Anlage gut 700 Meter von der Hainstettener Wohnbebauung ermöglicht. Schnaittenbach hatte aber am Donnerstag beschlossen, nicht zu widersprechen.

Bürgermeister Alwin Märkl informierte das Gremium über ein Schreiben des Landratsamtes, wonach Freudenberg das gemeindliche Einvernehmen rechtswidrig verweigert habe. Es handle sich bei der innerhalb der Konzentrationszone geplanten Windkraftanlage um ein privilegiertes Vorhaben. Öffentliche Belange stünden dem nicht entgegen, die Erschließung sei gesichert. Das Landratsamt müsse daher "das verweigerte Einvernehmen im Rahmen der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung ersetzen". Vorher könne die Gemeinde aber erneut über das gemeindliche Einvernehmen entscheiden. Es wurde jetzt nach ausführlicher Diskussion erteilt.

Bürgermeister Märkl hatte zuvor der AZ die Zwangslage der Gemeinde geschildert: Der Standort sei unglücklich, aber Voltgrün habe das Verfahren durchgezogen und erreicht, dass die Anlage vom Landratsamt als genehmigungsfähig eingestuft werde. Die einzige Möglichkeit, den Bau zu verhindern, wäre gewesen, der eigenen Konzentrationsflächen-Planung zu widersprechen. Das hätte die aufwendig erarbeitete Konzentrationszone gegenstandslos gemacht, aber auch ihre Ausschlusswirkung für das übrige Gemeindegebiet. Dann hätten überall wieder Windräder gebaut werden dürfen. Zunächst nach Maßgabe des zehnfachen Abstands der Höhe (10H), aber falls diese bereits beklagte Regelung wegfiele, ohne diese Einschränkung.

Vor allem wegen Tannach

"Uns war aber der Schutz unserer Konzentrationszone wichtig", sagte Märkl. Vor allem im Gebiet Tannach bei Aschach wolle man keine Windräder. Mit der Verweigerung des Einvernehmens im Dezember habe man auf Zeit gespielt, aber jetzt helfe das nicht mehr, da es einfach vom Landratsamt ersetzt werde. Das bestätigte Landkreis-Sprecherin Christine Hollederer: Da das Vorhaben genehmigungsfähig sei, hätte das Landratsamt das fehlende Freudenberger Einvernehmen selbst erteilt.
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