Windrad-Plan gebremst

Karl Eckert will auf seinem Betriebsgelände ein Kleinwindkraftrad betreiben. Die Bauvoranfrage wurde abgelehnt. Für Eckert noch nicht das Ende der Fahnenstange: Er hat inzwischen die Nachbarunterschriften eingeholt. Sein Plan soll nun vom Landratsamt emissionsschutzrechtlich geprüft werden. Bild: Völkl

Wenn es nach dem Antragsteller ginge, müsste sich bald im Gewerbegebiet West auf einem Grundstück an der Bürgermeister-Unsicker-Straße 7 ein Kleinwindkraftrad drehen. Der Marktrat lehnte die Bauvoranfrage aber mehrheitlich ab. Für Karl Eckert ist hingegen noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Wernberg-Köblitz. (cv) Es geht nicht um pro oder kontra Windräder, sondern um die Bewertung nach dem Bauplanungsrecht, schickte Verwaltungsleiter Stefan Falter in der Marktratssitzung voraus. Antragsteller Karl Eckert möchte auf seinem Grundstück eine Kleinwindkraftanlage bauen - 19 Meter hoch und zum Eigenverbrauch. Laut Verwaltung sind in einem Gewerbegebiet grundsätzlich untergeordnete Nebenanlagen zulässig. Das sei hier jedoch nicht der Fall, angesichts der Höhenabweichungen zu den hier zulässigen Gebäuden, denen maximal zehn Meter verordnet worden waren. Es gäbe eine Ausnahme, wenn das Kleinwindrad das Baugebiet mit der erzeugten Energie versorgen würde. Doch das habe der Antragsteller nicht vor.

Enges Lärmkontingent

Würde die Gemeinde trotz aller Vorbehalte das Projekt genehmigen, wäre der nächste Schritt die immissionsschutzrechtliche Beurteilung durch das Landratsamt. Die Behörde müsste prüfen, ob Lärmschutz, Schattenwurf, Abstandsflächen eingehalten wären. Von seiten der Verwaltung wurde Kontakt zum Landratsamt aufgenommen. Demnach wäre der von einer Kleinwindanlage ausgehende Lärm nicht zu unterschätzen. Es sei durchaus möglich, dass die Lärmkontingente überschritten würden, so Stefan Falter. Und die sind im Gewerbegebiet eng gestrickt, was schon am Lärmschutzwall zu sehen ist.

Marianne Schieder und Vitus Bauer ging es um Konsequenzen für Folge-Fälle. Konrad Kiener spann den Faden anders: Wenn die Kommune das Projekt befürworte, prüfe das Landratsamt und könne gegebenenfalls ablehnen, wenn Vorschriften nicht einzuhalten seien. Marianne Schieder und Bürgermeister Georg Butz entgegneten, dass es vorrangig um die Gestaltungsmöglichkeit der Gemeinde gehe. Christa Mösbauer und Christian Liebl führten die fehlenden Nachbarschaftsunterschriften ins Feld. Liebls Anregung, für solche Projekte eine spezielle Fläche auszuweisen, zog nicht, müsste sie doch in unmittelbarer Nähe zum Verbrauchsschwerpunkt sein.

"Wir öffnen Tür und Tor, wenn wir das genehmigen", warnte Vitus Bauer angesichts der Höhe. Wenn die Nachbarunterschriften vorlägen - einige Gebäude sind bewohnt - , hätte er kein Problem damit, meinte CSU-Marktrat Anton Kummert. "Sie müssen damit leben". Doch wie gesagt, die Unterschriften lagen in der Sitzung nicht vor. Das Gremium beschloss gegen die Stimmen von Anton Kummert und Konrad Kiener das gemeindliche Einvernehmen nicht herzustellen.

Nachbarn einverstanden

Karl Eckert hingegen gibt sein Windrad noch nicht auf. "Meine Nachbarn sind mit den Plänen einverstanden", betonte er auf NT-Nachfrage. Er wird nun der Marktverwaltung die Unterschriften nachreichen. Das Landratsamt prüft die immissionsschutzrechtlichen Belange.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.