"Wir brauchen Sie dringend"

Landrat Andreas Meier (links) und Bürgermeister Jens Meyer (rechts) vereidigten 16 Lehramtsanwärterinnen und 2 Lehramtsanwärter, die in den kommenden beiden Jahren an den Schulen zwischen Kirchenthumbach und Eslarn unterrichten werden. Bild: bgm

"Sie gehen jetzt sozusagen eine Ehe mit dem Freistaat ein", sagte Schulamtsdirektorin Christine Söllner zu 18 Lehramtsanwärtern kurz vor ihrer Vereidigung. Jetzt wäre noch die letzte Möglichkeit zu entkommen.

Neustadt/WN. (bgm) Von dieser Möglichkeit, die Söllner mit einem Augenzwinkern äußerte, machte aber niemand der 16 Frauen und 2 Männer Gebrauch. Die Grund- und Mittelschulen im Landkreis und in Weiden bekommen damit Verstärkung von jungen Lehrkräften, die überwiegend aus der nördlichen Oberpfalz stammen. "Wir brauchen Sie wirklich dringend", sagte Personalrätin Elisabeth Graßler zu den neuen Kollegen.

Politisch zurück halten

Von einem Tag der Freude, aber auch einem Tag der Verantwortung sprach Söllner. "Der Staat und die Eltern schenken Ihnen das Vertrauen", betonte die Schulamtsleiterin. Stellvertreter Johann Hilburger zeigte den Beamten auf Widerruf ihre Rechte und Pflichten auf. Sie müssten sich für die freiheitliche demokratische Grundordnung einsetzen. Es gelten die Pflicht zur Amtsverschwiegenheit und der Grundsatz der Zurückhaltung bei politischen Aktivitäten. "Verletzen Sie niemals Ihre Aufsichtspflicht", mahnte Hilburger eindringlich. Ein gesundes Maß an Selbstvertrauen und Beharrungsvermögen sei im Alltag als Lehrer von Anfang an entscheidend.

Im zweijährigen Vorbereitungsdienst hätten die neuen Lehrer jede Unterstützung. "Auf diesem Weg werden Sie menschlich und fachlich im Sinne einer Partnerschaft begleitet", versicherte Söllner, und Hilburger riet: "Suchen Sie offen und klug den Rat der älteren Kollegen." Dazu ermunterte auch Landrat Andreas Meier: "Nachfragen ist ein Zeichen gesunder Selbsteinschätzung." Meier ging auch auf den Zustrom von Asylbewerbern ein. Nach der Unterbringung sei die Integration der zweite und wichtigere Schritt. "Das ist eine weitere große Aufgabe, die auf Sie zukommt. Aber ich bin überzeugt, dass Sie diese meistern werden." Der Weidener Bürgermeister Jens Meyer erinnerte an den Stellenwert von Bildung in Deutschland. "Wir haben keine Bodenschätze, aber wir haben unseren Geist. Wir sind das Land der Dichter und Denker. Das wird Ihre Aufgabe sein, diese Tradition fortzusetzen."

Schulrätin Elisabeth Junkawitsch hielt sich bei ihren Ratschlägen an Apple-Gründer Steve Jobs. "Tue nur das, was du wirklich liebst", sei Grundregel eins. "Ab morgen sind Sie für Ihre Schüler ein ganz wichtiger Lebenspartner." Die Pennäler würden sehr feinfühlig spüren, wie Lehrer ihre Arbeit machten. "Öffnen Sie sich ihren Schülern. Dann kommt unglaublich viel zurück."

Gelassenheit lernen

Seminarleiter Nikolaus Kühnhackel setzt auf die Weisheiten, die ihm früher sein eigener Seminarleiter an die Hand gab. "Was immer auch kommt - dou di nird o", habe der gesagt.
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