"Wir coachen, die Spieler sind Sie"

Der Bezirksgeschäftsführer des Handelsverbandes, Günter Hölzl, und Cima-Geschäftsführer Roland Wölfel überreichten Netzwerk-Vorsitzender Gisela Westiner und Bürgermeister Armin Schärtl (von links) im Beisein der Netzwerk-Vorstandsmitglieder den mit 15 000 Euro dotierten Gutschein. Bild: Völkl

"Das Internet zerfleischt kleine Kommunen", stellt Günter Hölzl fest: Ihre Bürger gehen durch Orte mit schwindendem Angebot und wundern sich. Dann ziehen sie sich auf die Couch zurück und bestellen im Internet. Es gibt für den Einzelhandel nur eine Chance, dagegen zu halten.

Nabburg. (cv) Das ist für Günter Hölzl, Bezirksgeschäftsführer des Handelsverbandes, eine breite Qualitätsoffensive. Das Netzwerk Nabburg stellt sich dieser Herausforderung und baut auf ein zweijähriges professionelles Coaching der Rid-Stiftung. Es ist mit 15 000 Euro dotiert. Zur Übergabe des Schecks kam Günter Hölzl mit Roland Wölfel, Geschäftsführer der Cima Beratung und Management GmbH, nach Nabburg.

Mit 15 000 Euro dotiert

Im Zehentstadel - vor dem Stadtmodell - empfingen Bürgermeister Armin Schärtl, Netzwerk-Vorsitzende Gisela Westiner und Vorstandsmitglieder die Gäste. Sie hatten den mit 15 000 Euro dotierten Beratungsgutschein für ein professionelles Stadtmarketing mitgebracht. Die Nabburger Netzwerker werden von der Werbegemeinschaft Mittelstandsförderung der Rid-Stiftung betreut. Bürgermeister Armin Schärtl war "hin und weg", dass Nabburg als eine von drei Städten in Bayern beim kostenlosen Coaching zum Zug kommt. Professionelle Hilfe könne man "besser denn je brauchen".

Netzwerk-Vorsitzende Gisela Westiner knüpfte vor zwei Jahren Kontakte zur Rid-Stiftung. Die Seminare fielen zeitlich zusammen mit dem Bestreben der Kommune, im Zuge des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes organisatorische Strukturen für den Einzelhandel anzustoßen. Ein loser Zusammenschluss aus Einzelhändlern, Dienstleistern und Gastronomen initiiert seit zwei Jahren verkaufsoffene Sonntage oder die Einkaufsnacht. Seit kurzem stehen die Netzwerker mit 32 Mitgliedern auf festen Vereinsbeinen. Es wurden bereits drei Arbeitskreise gegründet: Leerstand, "Nabburger Gutschein" und Internetauftritt. Ziel ist für Gisela Westiner ein breites Stadtmarketing, "um die Weichen richtig zu stellen und die Stadt voranzubringen".

HBE-Geschäftsführer Günter Hölzl betonte, dass seine Organisation seit 40 Jahren die Belange des Einzelhandels in Bayern vertritt. Die Cima sei ein Ableger, der sich um Werbegemeinschaften kümmere. Hölzl hofft, dass Nabburg mit effektivem Marketing und Unterstützung der Kommune "eine lebenswerte Stadt bleibt".

"Mit der Mär aufräumen"

Roland Wölfel erläuterte, dass die dotierte Coaching-Idee eine gemeinsame Aktion von Rid-Stiftung, Cima, Handelsverband und Wirtschaftsministerium ist. Die Stiftung geht auf den Eigentümer des renommierten Münchener Hauses "Betten Rid" zurück. Er wollte den Einzelhandel vor Ort stärken und damit der Stadt weiter ein Gesicht geben. Man müsse mit der "Mär aufräumen, dass Einzelhändler Leute sind, die einzeln handeln". Den Einzelhandel bezeichnete Wölfel als eine der wenigen Gruppierungen, "die sich für die Stadt vor Ort einsetzt". Und warum fiel die Entscheidung unter 25 Städten für Nabburg? Geschätzt wurden "Fleiß und Hartnäckigkeit" der Bewerber, sich der besonderen Herausforderung ihrer Stadt zu stellen: den am Berg liegende Altstadtkern, die bequeme Unterstadt und das touristische Tableau sinnvoll zu vernetzen.

Das Internet ist bei der Qualitäts-Offensive nicht nur Konkurrent, sondern sinnvolle Ergänzung: "Auf nach Digitalien" soll laut Wölfel in Nabburg stattfinden. Er versteht darunter Kooperationen im Internetauftritt mit der Stadt, um präsenter zu sein. All das seien Anregungen: "Wir sind der Coach, doch Sie sind die Spieler".
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