"Wir haben nichts von der Leitung"

Viel Kraft, Zeit und Arbeit wurden in den vergangenen sieben Monaten seit der Gründung der Bürgerinitiative "Steinwald sagt NEIN" aufgewendet. Bürgermeister Hubert Kraus, der als Ortsbürgermeister die Versammlung eröffnete, hieß die vielen Mitstreiter willkommen. Er erinnerte an die Demonstrationen und Präsenz durch die Infostände der BI, war sich aber sicher, dass es noch keinen Grund gebe, aufzugeben.

Nach wie vor erhielten auch die Bürgermeister, wie jüngst bei einem Seminar, keine detaillierten Informationen über die Gefahren von Gleichstromtrassen, da es schlicht und einfach keine Erfahrungen dazu gebe, so Kraus.

Sprecher benachbarter Bürgerinitiativen, Vertreter benachbarter Kommunen und Kommunalpolitiker informierten sich bei der Versammlung am Sonntag.

Andreas Burger, der Sprecher der BI aus Waldershof, er wird in Zukunft von Elke Prechtl unterstützt, blickte zurück auf die Beweggründe zur Gründung der BIs. Hohe Eigenkapitalrenditen über neun Prozent für die Anlagenbauer, riesige Überschüsse in Milliardenhöhe für die Netzbetreiber, hoch subventionierter Braunkohleabbau und als Hauptnutznießer der internationale Stromhandel zwängen die Region, sich gegen den Bau der Gleichstromtrasse zu wehren. "Wir sind nur Transitland und haben nichts von der Leitung", betonte der Sprecher.

Nach wie vor fordert die BI, inzwischen haben sich schon viele BIs entlang der geplanten Trasse zusammengeschlossen, die Neuregelung des Bundesbedarfplangesetzes, die Überprüfung der Notwendigkeit der Trasse, dezentrale Lösungen, Erdkabel und eine Bürgerbeteiligung.

Kleine Teilerfolge konnte die BI bereits erzielen, indem sie inzwischen mehrere Gespräche mit Ministerpräsident Horst Seehofer hatte, in der Politik einige Unterstützer gefunden hat und den Termin März 2014, zu dem die Fachplanungen eingereicht werden sollten, auf Januar 2015 verschoben wurde. Als weiteres erreichtes Teilziel sehe man es an, dass nun auch Erdkabel im Gespräch seien und die politische Verhinderung der Trasse angestoßen wurde.

Um weiter bei den zuständigen Politikern gehört zu werden, brauche die BI eine breite Unterstützung vor Ort. Die Sprecher warben um Mitglieder. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

Inzwischen zählt die BI "Steinwald sagt NEIN" über 1700 Mitglieder. Auch 58 Kommunen und Städte haben sich inzwischen zusammengeschlossen, um die Gleichstromtrasse zu verhindern. (lpp)
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