Wissen aus Baugruben

Museumsleiter Werner Sörgel (vorne rechts) führte die Eröffnungsgäste (von links) 2. Bürgermeister Reinhard Weih (Pommelsbrunn), 1. Bürgermeister Reiner Pickel (Weigendorf), 1. Bürgermeister Jörg Fritsch (Pommelsbrunn), stellvertretenden Landrat Norbert Reh und Gemeinderat Marcus Flemming durch die Sonderausstellung. Bild: fm

Der Backenzahn eines Neandertalers hat jüngere Gesellschaft bekommen: Seine ältesten Stücke ergänzt der Hartmannshofer "Urzeitbahnhof" um die Sonderausstellung "Von den Kelten bis zum Mittelalter".

Die Stücke der Dauerausstellung im Vorgeschichtsmuseum reichen von der Eiszeit bis zu den Kelten vor etwa 2500 Jahren. Auf ihrer jahrzehntelangen Suche in Hartmannshof und der Region haben Museumsleiter Werner Sörgel und seine Frau Edith aber auch viele Funde aus jüngeren Epochen gemacht. Er hat sie wissenschaftlich aufbereitet und in seinen Büchern "Versunkene Kulturen" dargestellt. Eine Auswahl, ergänzt um Bildtafeln, ist jetzt in einer Sonderausstellung zu besichtigen.

Bei der Eröffnung lobte Bürgermeister Jörg Fritsch das "Leuchtturm-Projekt Urzeitbahnhof", das weit über den Ort hinaus bekannt geworden sei. Sein Kollege Reiner Pickel sah die Weigendorfer Geschichte dort ebenfalls gut aufgehoben. Das touristische Angebot habe durch das Museum an Attraktivität gewonnen.

Museumsleiter Werner Sörgel pickte aus seinen Funden zwei Beispiele heraus. Zum einen habe es einen "Turm im Weidental" gegeben, den Heimatkundler früher auf der Höhe von Breitenthal, oberhalb von Weigendorf, vermuteten. In einer Baugrube am Ortsrand kamen Grundmauern zum Vorschein, die Robert Giersch untersucht hat. Er ordnet sie eindeutig einem Bau an der "Goldenen Straße" um 1100 zu.

Überreste eines mittelalterlichen Badhauses kamen nach dem Abriss einer Scheune ans Licht, als der Aushub für ein neues Haus in der Ortsmitte lief. Holzkohlenreste aus dem damaligen Ofen ließen sich auf die Jahre 1415 bis 1445 datieren.

Kurt Tausendpfund, Vorsitzender des "Fördervereins Hunas", dankte dem "Team Sörgel" für die viele Zeit und Arbeit, Zeugen der Vergangenheit aufzuspüren und aufzubereiten. Er selbst bilde mit dem Museumsleiter ein "gutes Gespann" bei der Erhaltung der Funde vor Ort. Der Zuspruch von Schulen, Heimatforschern und Vereinen bestätige den kulturellen Wert des Urzeitbahnhofs.

Anschließend nahmen die Gäste die Sonderausstellung genauer in Augenschein und unterhielten sich angeregt. Sie kann ein halbes Jahr lang besichtigt werden.
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