Witze und Virtuosen

Gute Musik ist die Melodie des Lebens. Dies bewiesen unter anderem die "Böhmischen Oberpfälzer". Bild: bk

Von wegen Verstärker und Mischpult. Beim Musikantenstammtisch im "Posthorn" begeisterte ein Dutzend Vollblut-Interpreten und Sänger das Publikum über fünf Stunden.

Der von Alfons Fehlner organisierte Musikanten-Stammtisch erfreut sich großer Beliebtheit. Auch die zweite Auflage nach der Premiere im März zog viele Gäste an. Sie spielten spontan auch in wechselnden Besetzungen auf und zeigten, dass sie zum Teil mehrere Instrumente beherrschen.

Die "Böhmischen Oberpfälzer" mit Horst Maibach aus Mantel (Bariton), Hans Deinzer aus Ottensoos (Gitarre), Sepp Ertl aus Hahnbach (Saxophon/Klarinette) und Hans Dittrich, Sulzbach-Rosenberg (Harmonika) brachten mit "Willkommen ihr lieben Leute", dem Walzer "Tanzen möchte' ich" und der "Annemie-Polka" gleich eine gehörige Portion Temperament ins Programm. Als virtuose Formation präsentierten sich auch Manfred und Edeltraud Reithmeier mit Tochter Nicole aus Neunkirchen, begleitet von Deinzer und Maibach. Unter anderem glänzten sie mit der Eigenkomposition "Neunkirchner Polka".

Der Eschenbacher Gitarrist Sepp Kempf erfüllte zunächst den Wunsch "I schwing hin, i schwing her". Dann setzte er den ersten Zwerchfellmassagen-Kracher mit dem Titel "Die Diät": "Der Mond nimmt ab und zu, seit er am Himmel steht. So ähnlich ist es auch bei der Diät. Die Rosi war Frisöse und ziemlich kugelrund, die Waag' hat hernieder druckt auf 180 Pfund. Mit Joghurt, Obst und Abführtee kriegt sie a Traumfigur. (...) Acht Monat nach der schwachen Stund' is d'Rosi wieda kugelrund, so wenig hilft a Diät."

Horst Bayer erinnert im Trio mit "Slavko spiel mir eins" an den legendären Oberkrainer Avsenik. "Grüß di Gott Frau Wirtin" war eine Hommage an Heidi Krauß.

Immer wieder stimmten die Gäste singend und klatschend mit ein, allen voran der Grafenwöhrer Jodler Adolf Flor. Witzbold Theo Helgert aus Weiherhammer mit der Steirischen und Heinz Deisinger aus Weiden mit der Harmonika ließen auch den "Fuchsn-Paule" aus dem Grenzland noch mal aufleben. Der Sulzbacher Herold-Luck schwelgte mit seinen drei Kollegen in Nostalgie, als er "Meine Jugend und die Liebe" besang. Der "Kempf-Sepp" nahm nach lustigen Couplets in Gstanzln auch einen Kollegen aufs Korn: "Da Helgert-Theo is oina, dem geiht's goar nird z'rar, d'Weiba is a z'gring und für d'Henna is a z'schwar." Auch seine Frau verschonte Kempf nicht: "Zum Geburtstag kaffst ma, wos zu mein G'sicht passt, hout mei Frau g'sagt und i hob ihr an Falt'nrock kafft." Bis nach Mitternacht genoss der harte Kern das Potpourri-Finale.
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