"Wo andere Urlaub machen"

Die Vorzüge der Gemeinde auch richtig anpreisen und vermarkten, das ist der Plan des Bürgermeisters in den kommenden Jahren. Seine Agenda präsentierte er bei der Bürgerversammlung. Bild: bnr

Was könnte Trausnitz in den nächsten sechs Jahren gut tun? Die Gemeinde aus ideeller Sicht darzustellen, war das zentrale Anliegen von Bürgermeister Martin Schwandner in seiner ersten Bürgerversammlung.

Trausnitz. (bnr) Zusammen mit dem Gemeinderat entwickelte Schwandner die Agenda 2020, die der Wegweiser dieser Legislaturperiode sein wird. Gemeindepolitik steht in Trausnitz wieder hoch in Kurs.

Bis auf den letzten Platz war der Saal im "Das Landhaus" besetzt, als Bürgermeister Schwandner seine Vorstellung und die des Gemeinderates vom Trausnitz der nächsten Jahre darlegte. "Eine beeindruckende Geschichte, eine tolle Gemeinschaft und eine wunderbare Landschaft sind Schätze, aus denen etwas zu machen sein muss", zeigte sich das Gemeindeoberhaupt optimistisch.

Offenheit und Transparenz sind dabei die zentralen Schwerpunkte seiner Politik. Durch Presse, Internet, soziale Netzwerke und Versammlungen sollen die Bürger ständig über die Gemeindepolitik informiert werden, um so mitsprechen zu können.

Mehr Vernetzung

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vernetzung aller Altersgruppen. Eine wichtige Rolle spielen die Vereine und die guten Wirtshäuser der Gemeinde. "Im gemeinsamen Gespräch müssen wir die Gemeinde fortentwickeln", so der Bürgermeister. Der demografischen Entwicklung mit den richtigen Maßnahmen entgegenzusteuern ist ein weiteres Anliegen der Gemeindepolitik. "Junge Leute müssen hier bleiben, die anderen wieder zurück kommen und neue Bürger herziehen muss unser Ziel sein", machte Schwandner deutlich.

Ein erster und wichtiger Schritt ist dabei die Dorferneuerung, die im nächsten Jahr beginnt und den Wohnwert von Trausnitz deutlich steigern wird. Die Breitbandversorgung mit schnellem Internet ist gerade für junge Familien ein wichtiges Kriterium. Auch hier hat Trausnitz bereits die Weichen gestellt. Bezahlbarer Baugrund ist ein weiterer Entscheidungspunkt für Leute, die auf das Land ziehen.

Konkret wird die Gemeinde in kurzer Zeit vier Parzellen in Söllitz und acht Parzellen in Trausnitz zur Verfügung stellen. Um Spekulanten einen Riegel vorzuschieben, wird die Gemeinde die Grundstücke erwerben, erschließen und dann an Bauwillige verkaufen. Der Preis soll unter vierzig Euro pro Quadratmeter liegen.

Ein weiterer Punkt sind die leerstehenden und teilweise sanierungsbedürftigen Gebäude. Gerade die Dorferneuerung mit ihren Förderprogrammen bietet die Möglichkeit ein älteres Objekt zu erwerben und wieder herzurichten. Die Einrichtung einer Leerstand-Datenbank soll hierzu Hilfestellung geben. Die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs ist für die Dorfbevölkerung ein Schwachpunkt. Ein Dorfladen, wie er in der Nachbargemeinde Gleiritsch mit großem Erfolg betrieben wird, könnte hier als Vorbild dienen.

Ein weiteres Manko ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Dazu ist auch der Landkreis gefordert. Es gibt viel zu entwickeln in der Gemeinde und dazu ist die Mitarbeit aller Bürger notwendig.

Fragebogenaktion startet

Um den Bedarf auch richtig zu erfassen und die Notwendigkeit richtig abschätzen zu können, startet die Gemeinde in den nächsten Wochen eine Fragebogenaktion, an der sich jeder Bürger beteiligen kann. Ohne Zurückhaltung soll jeder seine Vorschläge und Anregungen, aber auch seine Kritik einbringen können. "Wir leben da, wo andere Leute Urlaub machen und das müssen wir richtig vermarkten", warb Bürgermeister Schwandner für die Agenda 2020.
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