Wo bitte geht es nach Pfreimd?

Die Autobahnbaustelle bei Pfreimd läuft auf vollen Touren (im Bild). Ein Ende hat hingegen die Brückenbaustelle bei Luhe-Wildenau: Ab heute Nachmittag ist die A 93 in diesem Bereich zum Ferienbeginn wieder frei befahrbar. Bild: Völkl

Neben München und Regensburg führt auf den blauen Autobahn-Tafeln kein Weg zum Schriftzug Pfreimd, obwohl die Stadt nur einen Kilometer entfernt liegt. Allerdings könnte es auf Umwegen zu einer Namensnennung kommen: Auf einem Zusatzschild an braunen Tourismus-Tafeln.

Pfreimd. (cv) Diese mögliche Variante eröffnete der Präsident der Autobahndirektion Nordbayern, Reinhard Pirner, der zusammen mit Andreas Eisgruber, Leiter der Dienststelle Fürth, den CSU-Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier bei seiner "Sommertour" ins Rathaus begleitete.

Als er 2008 in den Stadtrat kam, sollte das Thema "touristische Hinweisschilder" eigentlich "abschließend behandelt werden", schmunzelte Bürgermeister Richard Tischler. Damals waren Hinweisschilder mit Pfreimder und Trausnitzer Motiven favorisiert worden. Es gab keine Einigung zwischen Kommune und Autobahndirektion. Die Mehrheit der Stadträte legte das Thema dann gefrustet zu den Akten. Einige Wochen später stand ein braunes Schild. Trausnitz hatte es im Alleingang beantragt. Ein Jahr später begann die Pfreimder Werbegemeinschaft Spenden zu sammeln. Diese zweckgebundenen Gelder rief sie wieder in Erinnerung. Im neuen Stadtrat sprach sich nun die Mehrheit dafür aus, einen zweiten Anlauf zu unternehmen. Ziel: zwei touristische Hinweisschilder an der A 93 und eines an der A 6.

Gestaltung klären

"Das dürfte kein großes Problem sein", signalisierte der Autobahnpräsident, zumal die Stadt die Kostenübernahmeerklärung abgegeben hat. Die Unterlagen gehen zur Beurteilung an den Tourismusverband, werden von Fachstellen geprüft. Dann steht den braun-weißen Schildern nichts mehr im Weg. "Die Stadt muss sich über die Gestaltung einig werden", betonte Pirner. "Ein Bild, das man erfassen kann, wenn man vorbeifährt". Richard Tischler und sein Vorgänger Arnold Kimmerl, der beim Gespräch am Tisch saß, könnten sich die bedeutsame Schmuzerkirche und im Hintergrund die Silhouette von Landgraf Ulrich vorstellen.

Die Stadt hat noch ein anderes Anliegen: An der A 6 gibt es keinen einzigen Hinweis auf Pfreimd, obwohl die Stadt über die A 93 nach einem Kilometer zu erreichen ist. "An der rechtlichen Situation hat sich nichts verändert", so Pirner. An Autobahnkreuzen werden nur die Fernziele ausgewiesen. Im aktuellen Fall sind auch Waidhaus und Vohenstrauß genannt, räumte Pirner ein. Dieser Sonderfall sei aus der Historie der Baugeschichte entstanden. Ansonsten gebe es kein Autobahnkreuz, an dem die nächste Anschlussstelle beschildert ist, - außer es geht eine fernverkehrswirksame Straße ab. Und ganz praktisch gedacht: Man müsste die Schilder erneuern.

Belastung durch die Autobahn, aber keinen Hinweis auf die Stadt: Reinhard Pirner hatte durchaus Verständnis für die Pfreimder Sicht der Dinge. Doch auch mit Blick auf Folgewirkungen müsse die Direktion bei ihrem Standpunkt bleiben. Pirner baute eine Brücke: Pfreimd solle ein viertes touristisches Hinweisschild beantragen. Es könnte an der A 6 vor dem Autobahnkreuz platziert und mit einem kleinen blauen Zusatzschild versehen werden, das auf Pfreimd via A 93 Richtung Regensburg weist. Ob diese Variante in dieser Art realisierbar ist, soll nun geprüft werden.

"Dankbar für Baustelle"

Abgesehen von den Schildern ist Pfreimd mit der Autobahnsituation zufrieden. Der lärmoptimierte Belag sorge für eine Halbierung der Lärmwerte. Insofern sei die Stadt dankbar für die derzeitige Baustelle, meinte Bürgermeister Richard Tischler: "Das nehmen wir für die Anlieger gerne in Kauf". MdB Karl Holmeier, der den Rathaustermin initiiert hatte, dankte der Autobahndirektion, dass die lärmmindernde Sanierung auf dem 4,6-Kilometer-Stück zwischen dem Kreuz und Pfreimd heuer abgeschlossen werden kann. In den fünf Millionen Gesamtkosten sind neben den Oberbauverstärkungen auch Sanierungsarbeiten an Brückenbauwerken enthalten.

Es ließ sich nicht vermeiden: Auf der Brückenbaustelle bei Luhe-Wildenau liefen noch die Arbeiten, als die Fräsmaschinen für die Sanierung des Streckenabschnitts zwischen dem Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald und der Anschlussstelle Pfreimd anliefen. Zwischen Luhe-Wildenau und Nabburg 9 oder gar 15 Kilometer Stau: Die beiden Baustellen scheinen sich zu verbinden", so Bürgermeister Richard Tischler. Andreas Eisgruber, Leiter der Dienststelle Fürth der Autobahndirektion Nordbayern, hatte eine gute Nachricht. Der Rückbau der Verkehrsführung für die Bauwerksinstandsetzung der Naabbrücke bei Luhe-Wildenau wird bis morgen Mittag abgeschlossen sein. Ab Freitagnachmittag ist die A 93 in diesem Bereich zum Ferienbeginn wieder frei befahrbar. Die Fahrbahnsanierung zwischen dem Autobahnkreuz und Pfreimd ist am 27. August abgeschlossen.
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