Wo bleiben die Bauplätze?

Bei den Freien Wählern (FW) in Freudenberg regt sich Unmut, weil es keine neuen Baugebiete gibt. Die Gemeinde vernachlässige eine ihrer zentralsten Aufgaben, hieß es bei der Jahreshauptversammlung.

In Sachen Baulandschaffung sei im vergangenen Jahr nicht wirklich etwas erreicht worden, bemängelte FW-Vorsitzender Matthias Singer laut Pressemitteilung. Zwar stimmten die Freien Wähler dem Ansinnen grundsätzlich zu, bestehende Baulücken zu schließen. Es sei jedoch der falsche Weg, nur auf dieses Pferd zu setzen und die Ausweisung von kleinen Baugebieten in den verschiedenen Ortsteilen auf die lange Bank zu schieben.

Tauschflächen für Bauern

An die Mitglieder würden immer wieder Fragen nach Grundstücken in den Ortsteilen herangetragen. "Die ganze Welt spricht von Landflucht in Richtung der Städte und dass hier entgegengewirkt werden muss. Ohne Angebote werden die Leute weggehen und somit Generationen der Gemeinde verloren gehen", erklärte Singer. Die Herangehensweise, nur auf Nachfrage Bauland auszuweisen, unterstützen die Freien Wähler nicht. "Schließlich dauert es einige Zeit von der Idee eines Baugebietes bis zum ersten Spatenstich." " Die Bereitstellung von Bauland gehöre zu den zentralsten Aufgaben einer Gemeinde.

Die Kommune solle auch versuchen, Tauschflächen für Landwirte zur Verfügung zu stellen. Einem Vollerwerbslandwirt sei es nicht zuzumuten, Grund an die Gemeinde abzutreten, ohne dass er Ersatz dafür bekommt. "Seine Tiere müssen ja schließlich etwas fressen und das können sie nicht allein vom finanziellen Ausgleich", so Singer.

Kosten eindämmen

Bei verschiedenen kommunalen Vorhaben schienen die Kosten zu explodieren. So komme der Bau der Abwasseranlage Oberland wesentlich teurer als zunächst veranschlagt. Auch Brückensanierungen schlügen mit hohen Summen zu Buche. Die anwesenden Gemeinderäte ergänzten, dass dies in den Sitzungen für erhebliche Bauchschmerzen sorge. Die Räte Singer, Mathias Demel und Johann Gebhard seien sich einig, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht aus dem Ruder laufen dürfe und genau geprüft werden müsse, was noch zu schultern möglich ist.

Der FW-Kreisvorsitzende Albert Geitner berichtete über die Arbeit im Kreistag und stand für Anfragen zur Verfügung. Gemeinderat Demel fragte nach, ob denn der Ausbau der AS 30 zwischen Raigering und Immenstetten vorangetrieben werde. Schließlich sei die Verbindungsstraße von Aschach in Richtung Immenstetten aufwendig saniert worden. Das letzte Teilstück habe jedoch ausgespart werden müssen, da hier eine neue Verkehrsführung in die AS 30 geplant sei.

Um das Vereinsleben noch mehr zu aktivieren soll ein vierteljährlicher Stammtisch der FW ins Leben gerufen. Er soll Gelegenheit bieten, sich auszutauschen und zu diskutieren. Erster Termin dafür sei am Freitag, 3. Juli, in Aschach.
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