Wo der Osterhase die Eier holt

Wenn Rita Vollath die Tür des Wintergartens öffnet, kommen ihr blitzartig 3000 Biohühner entgegen. 6000 Augen fixieren die Bäuerin. Die Tiere umringen die Frau und folgen ihr auf Schritt und Tritt.

Floß. (ms) Es wird ganz schön laut im Stall im Flosser Ortsteil Gösen. "Meine Hühner singen", erklärt Vollath. "Sie freuen sich, wenn jemand kommt. Auch weil sie wissen, dass sie etwas bekommen." Es gibt leckeres Körner-Fertigfutter: Mais, Roggen, Hafer und Gerste.

Jetzt, vor Ostern, gibt es die eine oder andere Extraportion. Denn das Federvieh muss Schwerstarbeit verrichten, schließlich kommt ja der Osterhase vorbei und holt sich die Eier, die buntgefärbt die vielen Osternester zieren und vor allem die Kinder erfreuen.

Mit Naturfarben

Die LSL-Braunleger, wie Vollaths Biohühner heißen, sind zuverlässig. Jedes Huhn legt täglich ein Ei. Das sind rund 2800 - lauter braune Eier. An Allerheiligen 2013 plumpsten 3330 Eier auf das Förderband - ein einmaliger Rekord. Warum das so war, dafür hat die Bäuerin keine Erklärung. Gerade zu Ostern wollen aber viele Kunden weiße Eier, weil die besser zum Färben geeignet sind. "Aber auch die Braunen werden schön", weiß Vollath. "Man muss nur Naturfarben wie Zwiebelschalen oder Rote Bete verwenden." Die braunen Eier seien zudem nicht so dünnschalig wie die weißen.

Für Ostern bestellen viele Kunden die Eier vor. Denn zum Färben sollen sie nicht ganz frisch sein. "Dann geht die Schale besser runter", verrät die Expertin. Sie hat feste Abnehmer: Bioläden in Weiden und Neustadt, eine Bäckerei im Landkreis-Süden.

23 Cent ab Hof

Zwei Mal in der Woche kommt ein Lkw der Erzeugergemeinschaft CW Öko Ei GmbH - Legegemeinschaft "Die Biohennen" aus Vohburg an der Donau und holt die frischen Produkte. Am Dienstag waren es 6000 Eier und am Gründonnerstag noch einmal 3000. Zu Ostern könnte Vollath viel mehr verkaufen. Die Nachfrage ist riesig. Nur noch an Weihnachten, wenn die Hausfrauen Plätzchen und Stollen backen, stehen die Eier ähnlich hoch im Kurs.

Viele Kunden holen sich die Eier von den Vollaths ab Hof. Dann zahlen sie dafür 23 Cent. Im laden sind sie drei Cent teurer. Ein Ei hält locker sechs Wochen. Der Kühlschrank ist nicht unbedingt der ideale Aufbewahrungsort. Ein kühler Raum wäre idealer.

Die Hühner sind nicht nur fleißig, sondern auch neugierig. "Mit Vorliebe machen sie den Besuchern die Schleifen von den Schuhbändern auf", erzählt die Landwirtin schmunzelnd.
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