Wo die Garten- und Landschaftsbauer der Schuh drückt - Anregungen für die Politik
"Dann ruht der freie Wettbewerb"

Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier (Mitte) besuchte bei seiner Sommertour den Garten- und Landschaftsbaubetrieb Kahl in Götzendorf. VGL-Geschäftsführer Rudolf Walter Klingshirn (links) und Bezirksvorsitzender Siegfried Kahl (rechts) gaben Karl Holmeier viele Anregungen für gesetzliche Verbesserungen mit nach Berlin. Bild: Völkl
Schmidgaden/Götzendorf. (cv) Der Trend, sich Zuhause eine grüne Oase zu schaffen, ist ungebrochen. 59 Prozent aller Aufträge sind privater Natur, weiß denn auch Rudolf Walter Klingshirn, Geschäftsführer des Verbandes Gartenbau-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern. Doch der Branche werden etliche Steine in den Weg gelegt, bis die Pflanzen sprießen. Bezirksvorsitzender Siegfried Kahl aus Götzendorf und Rudolf Walter Klingshirn schilderten dem CSU-Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier, wo ihrer Ansicht nach in Gesetzen nachjustiert werden muss.

Das wäre zum einen der Mindestlohn. Die Verbandsvertreter wollen nicht missverstanden werden: Man zahlt ihn gerne, doch die bürokratischen Hürden, die Belastung durch die Aufzeichnungspflicht, verschlingt unverhältnismäßig viel Zeit.

Dann die Fahrten von Baustelle zu Baustelle, die Anlieferungen von Bearbeitungsgeräten: Die Mitarbeiter brauchen für die Transporte den Führerschein Klasse II - teuer und mit ständigen Schulungsmodulen -, haben Tachografenpflicht wie im Fernverkehr. Holmeier sprach zudem das Thema Mautpflicht an. Toll Collect berechnet nach Achszahl und da kostet ab vier Achsen ein Zehntonner ebenso viel wie ein 40-Tonner. Bei einem 7,5-Tonner mit Anhänger ist man "dabei". Ziel der Verkehrsarbeitsgruppe im Bundestag wäre ein Achsenunabhängiger, eigener Kostenbetrag für 7,5 bis 10 Tonnen, so MdB Karl Holmeier.

Bei Klingshirn und Kahl steht die Erdreichbeprobung in der Kritik. Wird bei einer Baumaßnahme Erdreich weggefahren, muss beprobt werden. Das sind dann pro Entnahme 300 bis 400 Euro. Hier wird eine gangbare Regelung für kleine Mengen angeregt. Ein rotes Tuch ist die Umsatzsteuerreform und die damit verbundene geplante Befreiung der kommunalen Eigenbetriebe: Wie die Gartenbaubetriebe böten sie dann gewerblich Dienstleistungen an, könnten dies durch die Steuerbefreiung aber zu anderen Konditionen machen. Wenn das kommt und Kommunen Gewerbebetrieben Konkurrenz machen, "ruht der freie Wettbewerb", so Klingshirn.
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