Wo rollten damals die Rubel?
Hintergrund

Schwandorf/Wackersdorf. (hou) Unvorstellbar für heutige Verhältnisse, mit welchen verbalen Äußerungen vor 30 Jahren um Sein oder Nichtsein der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf gerungen wurde. In Dietldorf bei Burglengenfeld ging ein damals prominenter CSU-Politiker her und ließ die Teilnehmer eines Bezirkskonvents der Marianischen Männerkongregation wissen: "Gegner der WAA sind entweder Idealisten, die sich verrannt haben oder Kommunisten im Dienste Russlands." Ein Lokaljournalist konterte damals in einem Kommentar: "Dies kann nach langer Diskussion um dieses Projekt nur betroffen machen." Als erste Demonstrationen am Bauzaun der WAA begannen, wurde das "Schreckgespenst Russland" erneut bemüht. Ein anderer bayernweit bekannter CSU-Mann äußerte, dass Teilnehmer "ihr Honorar an Ort und Stelle in Rubel ausbezahlt bekommen."

Daraufhin erkundigten sich viele, wo es denn diese "Gage" gebe, sie hätten noch nie etwas bekommen. Eine Antwort bekamen die Leute nicht. Stattdessen ließ der Politiker über einen Sprecher mitteilen, er habe "nur einen Stein ins Wasser werfen" wollen und werde keine weiteren Äußerungen zur Sache abgeben.

Tatsache ist andererseits, dass WAA-Gegner auch zu militanten und ungesetzlichen Mitteln griffen. Sie wurden nahezu zeitgleich zur Standortentscheidung eingesetzt, als es zum Brandanschlag auf eine Wetterstation unweit des späteren Baugeländes kam.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.