Wochenmarkt ohne "Schnowl-Ferdl"
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Tirschenreuth. (tr) Mit 65 Jahren setzt sich Ferdinand Scharnagl, der "Schnowl Ferdl" zur Ruhe. Ganz zieht er sich aber nicht aufs Altenteil zurück. Den Hofladen in Maiersreuth betreibt er auch weiterhin. Nur die Wochenmärkte in der Region bis Weiden wird er künftig nicht mehr mit seinem Angebots-Sortiment bereichern.

In Tirschenreuth war Ferdinand Scharnagl 25 Jahre lang fester Bestandteil der Einrichtung. Und seine Fleisch- und Wurstwaren waren begehrt, was auch die lange Schlange an Kunden am letzten Tag beweist. "Das war eigentlich immer so. Wenn wir in der Früh aufgemacht haben, standen die Leute geduldig an, bis wir am Mittag zugesperrt haben", sagt er. "Damit geht eine Ära zu Ende", bedauert Bürgermeister Franz Stahl, den Entschluss des Schnablhof-Bauern.

Eine Lücke in der Reihe der Fieranten um den Oberen Marktplatz entsteht trotzdem nicht. Mit der Metzgerei Senft aus Schweinmühle ist bereits ein Nachfolger gefunden. Norbert Neid, der seitens der Stadt für den Wochenmarkt verantwortlich zeichnet, erzählt, dass Ferdinand Scharnagl so etwas wie der Sprecher der Fieranten gewesen sei, so eine Art Verbindungsmann zwischen den Marktbetreibern und der Stadtverwaltung. Seit 2008 stand jeden Donnerstag der Lieferwagen vom "Schnowl- Ferdl" an derselben Stelle, direkt gegenüber dem Eingang zum Rathaus. Vor der Marktplatzsanierung hatte er seinen Standplatz etwas weiter unterhalb. Der Landwirt und gelernte Metzger baute seinen Stand erstmals am 13. Juli 1989 in Tirschenreuth auf.

Die Idee für den Wochenmarkt hatte ursprünglich Inge Pannrucker. Der allererste Wochenmarkt war am 6. März 1986. Damals startete er mit etwa 18 Fieranten. Von denen sind heute nur noch Hans Kühn und Konrad Neidl dabei. Aktuell bieten elf Direktvermarkter aus der Gegend am Donnerstagvormittag ihre Waren an.

Zum Abschied überreichte der Rathauschef ein Bierkrügl und ein Buch zur Tirschenreuther Passion.
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