Woher kommen die Schwermetalle?
Nachgefragt

Bei der Gestaltung der Hofmark muss Erdreich ausgetauscht werden. Bild: Völkl
Trausnitz. (cv) Steht das geschichtsträchtige Trausnitz auf einem mittelalterlichen Sondermüllplatz? Diesen Eindruck konnte man gewinnen, als im Gemeinderat die Pläne für die Dorferneuerung präsentiert wurden. In der Hofmark oder beim Parkplatz an der Kirche kommt man aufgrund der Schwermetallbelastung nicht um einen Bodenaustausch umhin. Und das kostet (wir berichteten).

Woher kommen die Schwermetalle? Michael Wenning vom Ingenieurbüro König erläutert, dass bei der Baugrunduntersuchung für die Dorferneuerung Trausnitz im Bereich Hofmark leicht erhöhte Chromwerte festgestellt wurden. Diese sind geogenen Ursprungs, das heißt, das Chrom ist bereits im bestehenden natürlichen "Boden", hier Gneis, enthalten. Zum anderen wurden erhöhte Nickelwerte gemessen. Herkunft und Ausmaß der Belastung sind noch unklar. "Das kann erst bei der weiteren Beprobung im Zuge der Baumaßnahme eingegrenzt werden", so Wenning. Er erläutert, dass Erdmaterial bei Baumaßnahmen ausgehoben werden muss, um frostsicherem Material Platz zu machen. Je nach Belastungs-Klassifizierung ist die Weiterbehandlung des Materials gesetzlich vorgeschrieben.

Die Belastung des Bodens mit "natürlichen" Schwermetallen ist laut Wenning nicht ungewöhnliches. Er lenkt den Blick auf einen Fernsehbeitrag über den "Abbau in der Vulkaneifel": Dort muss oft der anstehende Mutterboden deponiert werden, da er erhöhte Metallwerte aufweist. So wird aus landwirtschaftlich genutztem Boden juristisch "Müll", sobald Bodenbewegungen stattfinden.
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