Wohl vorbereitete Predigten

Die "50" symbolisch vor dem Altar: Pfarrer Josef Höning feierte im festlich geschmückten Gotteshaus sein Priesterjubiläum. Bilder: krs (2)

Das ganze Dorf war auf den Beinen. Es ging um ein goldenes Jubiläum. Des Pfarrhofs und der Kirche wegen kam der Jubilar nach Neunaigen.

Wernberg-Köblitz-Neunaigen. (krs) Josef Höning, Pfarrer im Ruhestand, feierte in der geschmückten St.-Vitus-Kirche sein 50. Priesterjubiläum. Der Gottesdienst wurde musikalisch vom Singkreis Neunaigen gestaltet. Die Kaoliner Musikanten begleiteten den Kirchenzug und warteten mit einem Ständchen beim Gasthof Bierler auf. "Herr, du hast mich gekannt und hast mich dennoch erwählt. Nimm mich also, wie ich bin und mach mich so, wie du mich haben willst." Dieses Zitat wählte Pfarrer Josef Höning als Primizspruch, als er am 29. Juni 1965 durch Bischof Dr. Rudolf Graber in Regensburg die Priesterweihe erhielt. Er war Kaplan in Windischeschenbach. Über Altenstadt und Regensburg kam der Priesterjubilar am 1. Januar 1974 als Pfarrer nach Wackersdorf.

Das Ende der Braunkohleförderung und die WAA-Auseinandersetzungen fielen in diese Jahre. Und er wollte seine Pfarrei in so schwerer Zeit nicht im Stich lassen. Ab 1. September 1989 bis zu seinem Ruhestand wirkte Josef Höning dann als Pfarrer im niederbayerischen Siegenburg. Seit September 2008 ist er als Ruhestandspriester tätig. Seine Wahl auf Neunaigen als Ruhesitz ist einem besonderen Umstand zu verdanken. Der damalige Ruhestandspfarrer Josef Weiß, gesundheitlich sehr angeschlagen, suchte einen Nachfolger. Nach einem Anruf von Weiß - beide wurden gemeinsam geweiht - schaute sich Höning die barocke St.-Vitus-Kirche und den Pfarrhof an.

Beides gefiel ihm sofort. Außerdem wollte seine Haushälterin und Schwester Betty wieder in Heimatnähe. Monsignore Peter Lang, Leiter des Katholischen Auslandssekretariats in Bonn und von 1983 bis 1986 Kaplan in Wackersdorf, richtete einen dankbaren Blick auf das fünfzigjährige Wirken von Josef Höning. Lang benannte einige Leitlinien aus dessen Leben. So habe sich der Jubilar jeden Sonntag auf seine Predigten gut und sorgfältig vorbereitet. Die Kinder und Jugendlichen lägen ihm am Herzen. Höning lege großen Wert auf Vertrauen. Die fundierte und gewissenhafte Ausbildung der Ministranten sei ihm ein besonderes Anliegen. Auch setze er sich für die richtige und angebrachte Hilfe ein, wenn in menschlichen Härtefällen nicht alles so laufe, wie es soll. "Eine eigene Meinung war und ist ihm immer wichtig, diese Meinung hat er immer fair und sachlich vertreten."

"Viele Wege führen zu Gott, einer auch über die Berge", so Lang zu dem begeisterten Alpinisten Höning, der den Mont Blanc schon bezwungen hat. Langs Dank galt auch Josef Hönings Schwester Betty, die ihm immer ein schönes Zuhause und einen liebevoll gepflegten Garten bereitet habe.
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