"Wohnlöwe" nimmt Kontur an

Die Ansicht von Süden (links) und Westen (rechts): Der Wohnlöwe ist ein imposanter Bau, der nach der Sanierung ein Gewinn für die Altstadt wird.

Bei den Projekten, die Gelder aus dem EU-Fördertopf bekommen können, steht der "Goldene Löwe" ganz oben. Wie das verwaiste Gasthaus als Lehrlingswohnheim genutzt werden kann, präsentierte Architekt Konrad Kraus im Stadtrat.

Pfreimd. (cv) Basis für die Pläne ist EFRE, ein europäisches Programm, das regionale Projekte fördert, allerdings erst in einer gewissen Größenordnung. Zu diesem Zweck haben sich die Kommunen Nabburg, Pfreimd, Wernberg-Köblitz, Trausnitz und Schwarzenfeld zur Kleinregion nördliches Naabtal zusammengeschlossen und einvernehmlich Projekte vorgeschlagen. Dieser Plan wird nun zur Förderung eingereicht. Ganz oben steht der "Goldene Löwe", aus dem das Lehrlingswohnheim "Wohnlöwe" werden soll.

Bürgermeister Richard Tischler machte es plakativ: Was macht ein 16-Jähriger aus Weiding, der an der Naabachse bei Gerresheimer oder Rübig eine Lehrstelle antritt? Er kann ja kaum mit dem Taxi oder mit dem Roller fahren. In Pfreimd könnte für junge Leute ein Lehrlingswohnheim entstehen, von dem aus die Azubis zu ihrer Ausbildungsstätte gelangen.

Zehn Appartements

Architekt Konrad Kraus präsentierte in der Stadtratssitzung seine Entwurfsplanung für das Gebäude in der Landgrafenstraße 9, das auf der rückwärtigen Seite über die Judengasse und alte Schulgasse zugängig ist. Das Haupthaus wird saniert, der Anbau mit Altane abgebrochen und neu aufgebaut. Im Haupthaus entstehen in der früheren Wirtsstube ein Gemeinschaftsraum mit Küche, ein Büro fürs Betreuungspersonal, ein behindertengerechtes WC, ein Wasch-/Trocken-, ein Putz- und Technikraum. Im Ober- und Dachgeschoss befinden sich zehn 25 Quadratmeter große Einzelappartements mit Wohn-/Essbereich, Küchenzeile und Duschbad. Jedem Appartement ist im Nebengebäude ein Abstellraum zugeordnet. Am Nebengebäude gibt es einen überdachten Bereich für Fahrräder und Parkmöglichkeiten. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 950 000 Euro brutto. Hinzu kommen 200 000 Euro für ein Nahwärmenetz mit Pellet-Ofen. Gesamtkosten: 1,2 Millionen Euro.

Klar festgestellt wurde vonseiten des Architekten und der Verwaltung, dass ein Abriss nicht in Frage gekommen wäre. Das Haus genieße Ensembleschutz. Die Stadt rechnet abzüglich der Mieteinnahmen mit 60 bis 65 Prozent Förderung, das sind 600 000 Euro. Kathrin Zuber und Georg Hösl interessierte, ob auch ein Privatinvestor die Fördermittel bekommen würde. Dann müsste er an die Stelle der Stadt treten, so Baumer. Einen Verkauf nach einer Sanierung sah Baumer als schwierig an. Klaus Summer interessierte, ob die Förderung zweckgebunden sei. Laut Baumer wird das Projekt für den Förderantrag als Wohnheim für Auszubildende geführt. Man werde aber durchaus auch über eine Vermietung an Singles oder Senioren nachdenken.

Zu wenig Parkplätze?

Kathrin Zuber war das Parkangebot zu gering bemessen. Schließlich werden die Azubis älter und machen den Führerschein. Rein von den Vorschriften her - ein Parkplatz pro vier Betten - ist das Angebot ausreichend, erläuterte Bürgermeister Tischler. Trotzdem werden weitere Grundstücksgespäche geführt. Petra Stubenvoll meinte, dass sich das Thema von selbst erledigen könnte, da mobile Azubis dann wohl ins Elternhaus zurückziehen. Alfred Armer stellte die Frage nach dem Hausmeister. Für Tischler ein grundsätzliches Thema, mit dem sich der Stadtrat angesichts der zahlreichen städtischen Liegenschaften befassen müsse.

Rupert Schichtl waren die Planungskosten - 146 000 Euro - hoch gegriffen. Für ein Haus mit Ensembleschutz normal, so Architekt Kraus. "Das hat nichts mit meinem Honorar zu tun." Das sei eine pauschale Schätzung, welche die notwendigen Fachplaner berücksichtige. Und wie wird das Wohnheim vermarktet? Die Stadt stellt Kontakte zur regionalen Wirtschaft her. Es gibt bereits zwei Mietanfragen, so Tischler zur Frage Mirko Häglers. Der Stadtrat beschloss einstimmig, die Planung und Kostenschätzung bei der Regierung der Oberpfalz einzureichen.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.