Wolfgang Grießl gewinnt mit HLC RW München die deutsche Lacrosse-Meisterschaft
"Die Kirsche auf der Torte"

Wolfgang Grießl (vorne) in Aktion: Der gebürtige Vohenstraußer hat als Spielertrainer mit dem HLC Rot-Weiß München die deutsche Lacrosse-Meisterschaft gewonnen. Bild: hfz
München/Vohenstrauß. (af) In seiner Jugend spielte Wolfgang Grießl Fußball. Natürlich bei der SpVgg Vohenstrauß, wie viele seiner Altersgenossen. Nach einem Kreuzbandriss im Jahr 2006 sattelte er jedoch um. Mit Erfolg. Binnen weniger Jahre avancierte der Nordoberpfälzer zu einem der besten deutschen Lacrosse-Spieler. Vor knapp zwei Wochen gewann er im Trikot von HLC Rot-Weiß München zum dritten Mal nach 2010 und 2012 die deutsche Meisterschaft.

Ein Titelgewinn mit einem "besonders hohen Stellenwert", wie Grießl erzählt. 2014 hatte er bei den Rot-Weißen das Amt des Spielertrainers übernommen, das Team gezielt auf die Lacrosse-Saison vorbereitet. "Es ist eine harte Arbeit, sich durch den Ligabetrieb und die Playoffs mit den besten acht deutschen Mannschaften zu kämpfen", sagt Grießl. Dreimal Training und zwei Fitnesseinheiten pro Woche, dazu noch Vor- und Nachbereitung der Übungsstunden und Spiele - es kommt einiges zusammen, was Grießl und Mitstreiter in ihren Sport investieren. "Da wir alle Amateure sind, bleiben uns nur der Erfolg und der Titel als Lohn für das, was wir leisten", sagt er. Der Gewinn der deutschen Meisterschaft sei, so der gebürtige Vohenstraußer, "die Kirsche auf der Torte".

Was ist eigentlich Lacrosse? In erster Linie eine Sportart, die ihre Wurzeln in Nordamerika hat. Bereits Indianerstämme vertrieben sich in früheren Jahrhunderten die Zeit mit einem Vorläufer von Lacrosse. Heutzutage wird auf einem Fußball- oder Hockeyfeld gespielt. Ziel ist es, den Ball mit dem Schläger in das gegnerische Tor zu schleudern. Die Mannschaftsstärke beträgt zehn Spieler, darunter ein Torwart. Alle Akteure tragen Helm und Schutzausrüstung.

Die Entscheidung um die deutsche Lacrosse-Meisterschaft fiel heuer beim traditionellen Final-Four-Wochenende in Berlin. Im Halbfinale traf der HLC RW München zunächst auf den HTHC Hamburg, der mit 9:4 bezwungen wurde. Im Endspiel gestaltete der ABV Stuttgart die Partie über 4 x 20 Minuten zunächst ausgeglichen (4:4). Dann zogen die Oberbayern unaufhaltsam davon und gewannen noch klar mit 11:4. Damit war der Titelgewinn perfekt, an dem Grießl einen messbaren Anteil hatte. Acht Tore und zwei Assists bei den Playoffs und der DM lautet seine persönliche Bilanz. "Ich war somit der Mittelfeldspieler mit den meisten Scorerpunkten", berichtet er.

Aus dem Münchener Kader gehören mittlerweile acht Spieler dem erweiterten Aufgebot des deutschen Nationalteams an. Grießl selbst hat bereits an der EM 2012 in Amsterdam und der WM 2014 in Denver teilgenommen. Sein nächstes Ziel ist die EM 2016 in Budapest. "Ich glaube, ich habe gute Chancen, um wieder dabei zu sein." Als Spielertrainer des deutschen Meisters sowieso.
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