Wortkarg, zäh und geduldig

Die Gruppe "Gwandt" arbeitete auf der Schafferhof-Bühne die Geschichte der Oberpfalz auf. Franz Bauer, Lisa Burkert, Andreas Ernst und Kerstin Pongratz begeisterten das Publikum. Bild: gge

Wo und was ist sie nun eigentlich die Oberpfalz? Wer bisher dachte, alles zu wissen, ging nach diesem Abend mit ganz neuen Erkenntnissen nach Hause.

Zum vierten Theater- und Zoigl-Abend hatte der Rotary-Club Weiden Max Reger eingeladen. Und dass aus dem Benefiz- auch ein Bildungsabend wurde, dafür sorgte die Gruppe "Gwandt" aus der Gegend um Cham mit dem Theater-Kabarett "Wo, bitteschön, ist die Oberpfalz?"

Rotary-Präsident Peter Steinsdörfer begrüßte die Gäste in der überfüllten Tenne, unter ihnen auch Mitglieder zahlreicher anderer Service-Clubs: Ladies-Circle, Round- und Old-Table sowie Rotary-Club Auerbach, Fichtelgebirge und Stiftland. Steinsdörfer dankte den Organisatoren Sabine Ivey-Frank und Christoph Rolf, den Schafferhof-Wirtsleuten und den spendenfreudigen Gästen. Diese lauschten amüsiert der Geschichte der Oberpfalz, beginnend bei der Steinzeit. Den ersten Teil des Programms bestimmte die Frage nach dem Woher.

Kultur und Körperpflege

Unsere Vorliebe für Blasmusik stamme angeblich aus der Bronzezeit. Den Kelten verdankten wir etliche Orts- und Flussnamen, und die Römer brachten Kultur, Manieren und Körperpflege. Leider nur bis Regensburg, wie bedauernd-schmunzelnd hinzugefügt wurde. Die einzelnen Jahreszahlen, beginnend um 800 vor Christus, präsentierte "Nummerngirl" Kerstin Pongratz. Mit gekonnt dümmlichem Gesichtsausdruck gab Franz Bauer den Hinterwäldler, Andreas Ernst sorgte als ausgebildeter Musikpädagoge für den richtigen Ton, und Lisa Burkert führte ausdrucksstark schauspielernd durch die Historie.

Wie ist nun ein echter Oberpfälzer? Wortkarg, gelassen, geduldig, zäh, wie halt ein Mensch, der lange an der Grenze gelebt hat. Verabscheut Überheblichkeit, Unbekanntem gegenüber reserviert, emotional gering. Und "mia wissma wo ma kinna, owa dadn des nia sog'n". Der "Huawabauer" (Franz Bauer) verdeutlichte als waschechter Oberpfälzer, wie das in der Praxis aussieht. Beim Bier philosophierte er ausgiebig darüber, "wie's halt is". Dabei gingen ihm ausführliche Überlegungen durch den Kopf, was man an seiner vielsagenden Mimik erkennen konnte. Doch als introvertierter Oberpfälzer kam eben nur die Zusammenfassung zutage. "Dann is's halt so."

Nachrichten im Dialekt

Dass Lisa Burkert viele Dialekte beherrscht, zeigte sie als interaktive Fernsehsprecherin. Damit konnte sich der Huawabauer Nachrichten in seinem Wunschdialekt anhören, ob auf Sächsisch, Oberpfälzisch oder Schwäbisch. Nur bei "erotisch" bekam er Angst, als die Sprecherin aus dem Bild stieg und ihm zuleibe rückte. Zum Schluss durfte das Publikum bei der "Oberpfalzhymne" mitmachen: "Oberpfälzer Red' und Oberpfälzer G'sang. Weil wir Oberpfälzer ja so vielseitig san."
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