Zehnköpfige First-Responder-Gruppe bereitet sich auf Dienst in Königstein vor
Start für den 1. August geplant

Für die Betroffenen wird die Wartezeit verkürzt: Der Rettungsdienst kommt bei guten Bedingungen nach zehn bis zwölf Minuten, die First Responder schon nach drei bis vier Minuten.
Einstimmig sprach sich der Marktrat in seiner jüngsten Sitzung für die Teilnahme an der First-Responder-Aktion aus (wir berichteten). Zu den Hintergründen fragte die SRZ nach bei Marco Specht. Er ist der Teamleiter der neu zu gründenden Ersthelfergruppe und stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Königstein.

SRZ: In den letzten Wochen ist einiges an Ausbildung von Personen aus der Marktgemeinde in Sachen Erster Hilfe geschehen. Außerdem hört man den Begriff "First Responder Königstein". Was versteht man darunter?

Der Begriff "First Responder" bedeutet "Organisierte Erste Hilfe". Das heißt, ehrenamtliche Sanitäter rücken bei einem Notruf zeitgleich mit dem Rettungsdienst aus. Sie sind aber durch ihre Ortskenntnis und Verfügbarkeit schneller an der Einsatzstelle, um professionelle Erste Hilfe leisten zu können. Für die Betroffenen wird die Wartezeit verkürzt: Der Rettungsdienst kommt bei guten Bedingungen nach zehn bis zwölf Minuten, die First Responder schon nach drei bis vier Minuten.

Als Grundausbildung reichen 80 Stunden Sanitätslehrgang, bei dem alle notwendigen Kenntnisse vermittelt werden. Das Ablegen einer Abschlussprüfung ist notwendig. Wir sind täglich von 18 bis 6 Uhr, an Feiertagen und Wochenenden 24 Stunden in Bereitschaft.

SRZ: Wie viele Personen sind Sie bereits, und wie viele sind noch in der Ausbildung?

Momentan sind wir zehn Personen. Davon sind drei Rettungsassistenten, die dies auch beruflich machen, drei Rettungssanitäter mit 520 Stunden Ausbildung und vier Sanitätshelfer mit 80 Stunden Ausbildung. Wir würden uns aber über weitere Helfer freuen.

SRZ: Welches Gebiet soll der Dienst umfassen?

Vorerst ist geplant, dass wir den gesamten Bereich der Marktgemeinde abdecken.

SRZ: Wie wird die Arbeit finanziert, und wie sehen die Planungen für die nahe Zukunft aus?

Da wir das alles unentgeltlich machen und auch für die Einsätze kein Geld bekommen, müssen wir alles über Spenden finanzieren. Wir benötigen jetzt zuerst Funkmeldeempfänger, damit wir alarmiert werden können. Dazu kommt die medizinische Ausrüstung inklusive Defibrillator, Dienstkleidung und ein Fahrzeug, um an die Einsatzstelle zu gelangen.

SRZ: Was sollte man noch über diese Thematik wissen? Was möchten Sie den Bürgern der Marktgemeinde Königstein mitteilen?

Die Gruppe basiert auf einer Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr Königstein und dem ASB-Regionalverband Jura, Velden und Auerbach. Alle sind derzeit aktive Mitglieder der Feuerwehr und halten sich medizinisch beim Arbeiter-Samariterbund auf dem neuestem Stand.

Momentan sind wir natürlich auf Spendensuche und freuen uns auf jede Unterstützung, um die notwendigen Investitionen verwirklichen zu können. Wir haben geplant, unseren Dienst am 1. August anzutreten. Bei Interesse oder Fragen sind wir gerne bereit, Auskunft zu geben.
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