"Zeit reif für eine Frau"

Der Brucker CSU-Ortsverband geht mit einer "weiblichen Führungskomponente" in die nächsten Jahre. Bei der Jahreshauptversammlung wurde der Geschlechterwechsel vollzogen. Vorher gab es einen kritischen Blick auf die Rathaus-Politik.

Vorsitzender Thomas Schächerer informierte zunächst in seinem Rechenschaftsbericht, dass der Ortsverband aktuell 112 Mitglieder zähle. Es wurden vier Vorstandssitzungen abgehalten. Es gab die Teilnahme an der Marktmeisterschaft im Schießen mit je einer Damen- und Herrenmannschaft, wobei letztere den Sieg holten. Für die Mithilfe beim Bürgerfest und dem Weihnachtsmarkt bedankte sich Schächerer bei allen Helfern und erwähnte auch, dass im Oktober wieder ein Preisschafkopf und später eine Winterwanderung stattfand.

Kritik an "Stillstand"

Fraktionssprecher und zweiter Bürgermeister Robert Feuerer berichtete über die Arbeit der CSU im Marktrat. Er merkte an, dass bei mehr Marktratssitzungen noch effektiver für den Markt Bruck gehandelt werden könnte. So stagniere die Arbeit im Rathaus vonseiten des Bürgermeisters, nicht aber die der Verwaltung, denn sie funktioniere sehr gut, betonte Feuerer. Er kritisierte die Bauplatzsituation und erinnerte an das Baugebiet "Hinterer Markt Teil II". Seit Ende der 1990er-Jahre gehe hier nichts vorwärts. Er sei der Meinung, dass man mit den Grundstücksbesitzern sicherlich reden könne, auch wenn der Bürgermeister hier etwas anderes sage.

Im Haushalt herrsche Stillstand, denn es würden keine Investitionen in die Zukunft getätigt. Ein oder zwei Jahre durchatmen sie "gut und schön", doch bestehe die Befürchtung, dass dieses Durchatmen länger dauern könne. Ein Dorn im Auge sei ihm auch die Tatsache, dass sich der Bürgermeister nicht an die Geschäftsordnung, welche die Gemeinderäte nach der letzten Wahl verabschiedet haben, halte. Dies würden sich die Markträte in Zukunft nicht mehr gefallen lassen.

Seit 45 Jahren Mitglied

Die Arbeit in der Fraktion mache aber dennoch viel Freude und auch die Zusammenarbeit mit der SPD, den Grünen und Teilen der Freien Wähler bezeichnete der Sprecher als sehr gut. Alle wollten was bewegen,

Feuerer ging dann noch kurz auf die Pro-Kopf-Verschuldung ein und informierte die Anwesenden, dass man in diesem Jahr erstmals realistische Zahlen bekommen habe. Kassier Richard Dirscherl legte einen detaillierten Bericht vor und Kassenprüferin Brunhild Laubinger bescheinigte ihm eine korrekte Führung der Finanzgeschäfte. Anschließend nahm der Vorsitzende Ehrungen vor. Zehn Jahre ist Konrad Dirscherl dabei, 20 Jahre Albert Pickl, 25 Jahre Josef Ullmann, 35 Jahre Helmut Lehmer sowie 45 Jahre Georg Dirscherl und Alois Ziegler.

Die kleinen Füße

Mit der Neuwahl wurde die Veranstaltung dann abgeschlossen. Nach ihrer Wahl zur ersten Vorsitzenden sagte Heike Faltermeier, sie wisse, dass sie in große Fußstapfen treten müsse und sie hoffe, dass sie dies mit ihren "kleinen Füßen" trotzdem schaffe. Sie sei aber der festen Überzeugung, dass man auch mit kleinen Schritten viel erreichen könne. "Die Zeit war reif für eine Frau" merkten einige der Anwesenden dann überzeugt an.
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