Zeitreise nach New York

Gedämpfte Trompeten und Posaunen, ein fünfköpfiger Saxophonsatz: Der Sound könnte aus einem Club im New York der 50er Jahre stammen. Doch so hört es sich an, wenn Markus König seiner King-Size Big-Band die Hits von Count Basie nachempfinden lässt. Nur dass der Club die Tenne des Schafferhofs war.

Neuhaus. (gag) Damit wollte König nach seinen Worten "die Atmosphäre widergeben", wie er sie in New York erlebt hat, wenn plötzlich eine Big Band ihre Instrumente aufbaut und spielt. Anders als in großen Hallen wirkt die Musik in der Enge intimer, persönlicher. 17 Musiker und eine "Quotenfrau" drängten sich samt ihren Instrumenten auf und vor der Bühne. "Splanky" spielten die "Kings" zum Auftakt, am Solosaxophon Sebastian Wurzer.

"Blues Maschine"

Die meisten Stücke von Count Basie, einer der größten Big-Band-Leader aller Zeiten, hat Sammy Nestico arrangiert. Dazu gehören "The Queen Bee" oder "Blues Machine", bei deren stark betontem Rhythmus Bewegung in die Zuschauer kam. Der Fifties-Sound machte eindeutig Spaß. Doch König hatte auch andere Komponisten und Orchester im Repertoire. "Us" von Thad Jones, das laut König "die Gehörnerven etwas strapaziert", "In a mellow tone" von Duke Ellington oder Stücke der Gordon Goodwin's Big Phat Band ("Count Bubba's Revenche" oder "Jazz Police") sorgten für Abwechslung. Begeistert beklatscht wurden auch die Soli von Roman Chwalinski (Alt-Sax), Sebastian Wurzer (Tenor-Sax), Andreas Mederl (Trompete), Thorsten Willecke (Posaune) oder Manfred Koller (Gitarre).

Die Ballade "Li'l Darlin" begann mit einem langen Klavier-Intro von Michael Bertelshofer. Aus dem träumerischen Sound riss "Basie straight ahead" von Sammy Nestico mit Swing, Power und Dynamik.

Tanzfläche zu klein

Zwischendurch moderierte König die Stücke an. So erzählte er, dass Count Basie nach längerer Pause in den späten 1960ern nochmals durchgestartet ist, etwa mit "Switch in Time" oder "Hay Burner", bei dem König das Intro mit der Querflöte spielte. Beim "Blues in Latin" verausgabte sich besonders die Rhythmusgruppe Stefan Wurzer (Percussion) und "Drum-Maschine" Florian Beer. Und auch ins Publikum kam wieder Bewegung. Die Tanzfläche war sehr klein, so blieb es bei rhythmischen Bewegungen auf den Stühlen.

Umso heftiger war der Beifall am Ende, so dass König nicht umhin konnte, zwei Zugaben anzuhängen. Dabei blies er sich beim "Blues in Frankie's Flat" nochmals die Seele aus dem Leib und zauberte die höchsten Töne aus seinem Tenorsaxophon, während der komplette Bläsersatz dynamisch den Schlusspunkt setzte.
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