Zeugnistag für die Spielplätze

23 Spielplätze gibt es in der Stadt und den Ortsteilen. Nicht alle befinden sich in einem guten Zustand. Das Gelände an der Weiherstraße soll aufgewertet werden als Teil eines Generationenparks. Bild: swt

Arthur Schriml staunte: "Ich wusste gar nicht, dass wir Spielplatzfachleute im Stadtrat haben." Der Mann aus der CSU-Fraktion hatte diese Kompetenz bisher in der Verwaltung vermutet. Seine Wortmeldung war eine aus einer kontrovers geführten Debatte.

Die Fraktion der Freien Wähler/Aufschwung Auerbach präsentierte am Mittwochabend im Stadtrat eine Spielplatzanalyse. Sie hatte dafür alle 23 städtischen Spielplätze dokumentiert und bewertet. Das Urteil: Kinder finden in Auerbach - auch im Vergleich zu anderen Kommunen - ein wenig attraktives Angebot an Spielmöglichkeiten. Es müsste mittelfristig deutlich aufgewertet werden.

Motto-Flächen entwickeln

Vorgeschlagen wurde ein strategischer Entwicklungsplan, der die Umgestaltung von Spielplätzen beinhaltet und geplante Ortsentwicklungs- und Sanierungsvorhaben mit einbezieht. Die Freien Wähler befürworten, einzelne Plätze aufzulösen und andere zu Motto-Spielflächen weiter zu entwickeln.

"Ich wusste gar nicht, dass wir Spielplatzfachleute im Stadtrat haben", reagierte Arthur Schriml (CSU). Eigentlich sei so etwas Sache der Verwaltung. "Das ist ein Armutszeugnis für die Verwaltung", setzte er nach und sah sich überfordert mit den Fakten der FW-Analyse.

Herbert Appl (CSU) zeigte sich verwundert über die Zustandsbeschreibung. Er war der Meinung, dass die Familienbeauftragte Elisabeth Kolleng von der SPD jedes Jahr die Spielplätze besichtigt. "Da sind sie in guten Händen", meinte er. Dass Spielplätze von Autos angefahren werden, wie die FW monierte, könne er nicht glauben. Seine Fraktion stimmte dem Antrag nicht zu.

Große Sprünge nicht drin

Rathauschef Joachim Neuß erklärte, dass Kolleng zusammen mit Bauamtsleiterin Margit Ebner jährlich die Sicherheit kontrolliere. Für Verbesserungen stünden 5000 Euro im Haushalt bereit. Große Sprünge lasse diese Summe nicht zu. Der sogenannte Spielplatztourismus sei Fakt. Er bat, keine Angst zu schüren vor der Auflösung einiger Spielplätze.

Grünen-Stadtrat Bernd Scheller sah die Analyse als Chance für eine offene Diskussion und brachte den Generationenpark ins Spiel. Dr. Edmund Goß (SPD) sprach von einer schön aufbereiteten perspektivischen Fortsetzung dessen, was Elisabeth Kolleng seit vielen Jahren mache. Eine Bewertung mit Notensystem sei subjektiv. Die Analyse könne eine Grundlage sein, aber keine Leitlinie, wie sie die FW forderten. "Wir sind alle keine Spielplatzexperten", gab er zu bedenken. Jeder Einzelfall müsse geprüft werden.

FW-Sprecher Holger Eckert erklärte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass jeder Stadtrat in letzter Zeit einen der Spielplätze besichtigt hat. Es geht hier um verändertes Spielverhalten. Der aktuelle Ist-Zustand der Plätze ist nicht in Ordnung!"

"Die Kinder fragen"

Arthur Schriml wollte gerne, dass die Kinder dazu befragt werden. Um sie gehe es ja eigentlich. Bürgermeister Joachim Neuß stimmte ihm zu, erklärte aber, dass eine Umfrage des Jugendamtes zum Thema "Wie bewerte ich meine Heimat?" unter Grundschülern wenig umsetzbare Ergebnisse gebracht habe. Er wies die Kritik an der Verwaltung vehement zurück. "Die Mitarbeiter haben bis an die Obergrenze zu tun. Sie sitzen im Bauausschuss, Sie wissen, wie viele Projekte derzeit zu bearbeiten sind!"

Der Stadtrat befürwortete das Konzept als grundlegenden Anstoß, die Spielplätze attraktiver zu machen, nicht aber als Leitlinie. Die Verwaltung wurde beauftragt, den Gedanken bei der Neugestaltung von Freizeitarealen zu folgen und einzelne Spielplätze zu attraktiven Aktionsflächen zu entwickeln. Über einzelne Projekte entscheidet der Stadtrat.
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