Ziel bei den Kosten: Fifty-fifty

Interkommunale Zusammenarbeit ist ein geflügeltes Wort und wird bei verschiedenen Anlässen oft eingefordert. Wenn es aber ums liebe Geld geht, dann sind schwierige Verhandlungen zwischen den Kommunen angesagt.

Wie geht es weiter mit der Neuverlegung der Wasserrohre im Gemeindeteil Niederricht, für das die Wasserversorgungsgruppe Röckenricht zuständig ist? Der Gemeinderat stimmte bei seiner Sitzung im Gasthaus Engelhardt der Maßnahme mit 10 zu 5 zu - unter dem Vorbehalt, dass sich die Stadt Sulzbach-Rosenberg entsprechend an den Kosten für die gleichzeitig laufenden Kanalarbeiten beteiligt.

Um Kosten zu sparen

Zu Beginn erklärte sich das Gremium damit einverstanden, dass die Tagesordnungspunkte, die die Wasserversorgung im Einzugsbereich Niederricht betreffen, wie vom CSU-Fraktionsvorsitzenden Peter Achatzi beantragt, öffentlich behandelt werden. Die Stadt Sulzbach-Rosenberg wird in Kürze mit Entwässerungsmaßnahmen im Bereich der Ortschaft beginnen. Um Kosten zu sparen, sei ursprünglich überlegt worden, im Zuge dieser Kanalarbeiten gleichzeitig Wasserrohre für Niederricht und Kummerthal zu verlegen, die zur Wasserversorgung Röckenricht gehören, teilte Bürgermeister Winfried Franz mit.

Bei einem Gespräch mit Sulzbach-Rosenberg habe er vorgeschlagen, die Material- und Ausführungskosten nicht aufzuteilen, sondern die Gesamtkosten zu ermitteln, die auf rund 34 000 Euro veranschlagt sind. Dieser Betrag sollte je zur Hälfte von den beiden Beteiligten getragen werden. Die Sulzbach-Rosenberger hätten eine Entscheidung darüber dem Stadtrat überlassen wollen, informierte Franz.

Nach einer längeren Diskussion entschied sich der Gemeinderat mit 10:5 Stimmen, der Stadt Sulzbach-Rosenberg folgenden Vorschlag zu unterbreiten: Die Gemeinde Neukirchen übernimmt die Hälfte aller Kosten, die für den Bau von 120 Meter neuer Wasserleitung in Niederricht anfallen. Ebenfalls kommt die Gemeinde für die zwölf Hausanschluss- und Streckenschieber auf. Dagegen soll Sulzbach-Rosenberg die aus Gründen des Brandschutzes neu zu errichtenden drei Oberflurhydranten finanzieren.

Unter Vorbehalt

Die Räte betonten, dass der Beschluss unter dem Vorbehalt der Zustimmung Sulzbach-Rosenbergs stehe. Sollte diese nicht erfolgen, muss sich der Gemeinderat erneut mit der Angelegenheit befassen. Dasselbe gilt für die Widersprüche aufgrund der geänderten Entwässerungssatzung, in der der Pauschalbeitrag von 20 auf 12 Kubikmeter herabgestuft worden ist. Hier regten einige Gemeinderäte Änderungen an.

Beim Neuerlass der Wasserabgabe-, Beitrags- und Gebührensatzung für die Wasserverbände Neukirchen und Röckenricht handele es sich nicht um eine neue Kalkulation, sondern um eine Anpassung an juristische Begrifflichkeiten, erläuterte Abteilungsleiter Dieter Scherbaum. Nach kurzer Diskussion, in der die Auswirkungen der Änderungen besprochen wurden, gaben die Räte ihren Segen. Eine Woche nach Bekanntgabe treten die Neuerungen dann in Kraft.

Vermehrt beantragen Bürger verkürzte Laufzeiten bei den Grabstätten in den Friedhöfen Neukirchen und Holnstein, informierte Winfried Franz. Derzeit beträgt entsprechend der Ruhefrist die Laufzeit in Neukirchen 14 und in Holnstein 15 Jahre. In der Nachbargemeinde Etzelwang wird seit Jahren eine halbe Nutzungslaufzeit angeboten. Die Verwaltung schlug vor, bei Wiederankauf - nicht aber bei Neubelegung - die künftige Nutzungsdauer in beiden Friedhöfen auf sieben Jahre festzusetzen. Eine Satzungsänderung ist dazu nicht erforderlich. Der Gemeinderat schloss sich dem Ansinnen an.

Ohne Gegenstimme passierten der Bauantrag von Karin George aus Neukirchen und die Bauvoranfrage von Hans Zacharias in Erkelsdorf das Gremium.
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