"Zielorientiert aktiv werden"

An der Zufahrt zur Wohnsiedlung "Steinäcker" ist eine größere Fläche unbebaut geblieben: Sie ist einer Reihenhausanlage vorbehalten. Doch es tut sich nichts in dieser Hinsicht. Willi Trummer hielt in der Haushaltssitzung des Stadtrats daher eine Änderung des Bebauungsplans für erforderlich, damit dort stattdessen Einfamilienhäuser errichtet werden können. Bild: rn

Große Einmütigkeit bestand im Stadtrat zum Haushalt 2015. Die Sprecher der Fraktionen lobten das solide Zahlenwerk von Kämmerer Karl Stopfer. Zugleich vermissten sie jedoch zum Teil die Aufnahme von - als dringend erachtete - Maßnahmen in den Finanzplan. Und auch kleine Spitzen in Richtung des politischen Gegners blieben nicht aus.

Für die SPD befasste sich Udo Müller in seiner Stellungnahme unter anderem mit "nicht rentierlichen Einrichtungen" wie Schule, Kindergarten und Stadtbibliothek. Beim Kindergarten wies er angesichts des Minus' von nahezu 400 000 Euro auf die "immer noch sehr moderaten Gebühren" hin. "Wenn man von verschiedener Seite hört, dass man am liebsten noch mehr Betreuerinnen pro Gruppe hätte, weil die eine oder andere Kindergärtnerin im Krankenstand ist, dann sollte man auch darüber nachdenken, wie so etwas zu finanzieren ist - nämlich durch höhere Kindergartenbeiträge", merkte er an.

Wünsche müssen warten

Erfreut zeigte sich Müller über das von der Jugendbeauftragten Lina Forster vorgestellte Konzept für einen Jugendtreff, von dem er hofft, dass die Umsetzung nicht an der Kostenfrage scheitern wird. Die grundsätzliche Übereinstimmung im Finanzausschuss, mit den Mitteln verantwortungsbewusst umzugehen und Wünschenswertes erst in den Jahren bis 2018 anzugehen, hielt der SPD-Sprecher für richtig. Dazu nannte er den finalen Ausbau im Taubnschusterhaus, den Umbau in der Region Stirnberg, die Sanierung von Jahnstraße und Krummem Weg, die Ortsumgehung Ost und den Kauf von zwei Fahrzeugen für die Feuerwehr. Umgesetzt werden könnten die Aufgaben nur, "wenn wir über alle Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten und zielorientiert aktiv werden".

Für die CSU sprach Korbinian Dunzer von vielen konstruktiven Beschlüssen des neuen Stadtrats, die die Kommune vorangebracht hätten. Schnell ließ er jedoch ein "Aber" folgen: "Da dies in den vergangenen Wochen leider nicht mehr der Fall war, bitte ich die anderen Fraktionen mit ihren einzelnen Mitgliedern, die Parteibrille wieder abzunehmen und künftig wieder gemeinsam für unser Eschenbach zu entscheiden." Dazu brachte Dunzer einen Antrag auf "schnellstmöglichen Ausweis" eines weiteren Baugebiets ein. Er begründete dies damit, dass der Vorschlag von 2014, die Privateigentümer von mehr als 100 Baugrundstücken zur Freigabe der Parzellen zu veranlassen, offensichtlich keinen Erfolg gehabt habe. Als Areal biete sich das ehemalige Bahnhofsgelände an.

Naturschutzgebiet: Konzept

Seine weitere Forderung zielte auf die Erweiterung des Industriegebiets am Stadtwald ab: "Wir können und wollen nicht warten, bis es Anfragen von 'Industriellen' gibt." Der Fraktionssprecher verwies auf die seit 1999 vorliegende Genehmigung zur Erweiterung und auf die entsprechende Forderung der CSU aus dem Vorjahr. Leider sei bisher nichts davon umgesetzt worden.

Am Herzen liege seiner Fraktion auch die Vermarktung des Naturschutzgebiets, erklärte Dunzer und kündigte einen Antrag hinsichtlich eines Vermarktungskonzepts an. So regte er Geocaching, Segway-Verleihstationen für Erkundungsfahrten und die Schaffung zusätzlicher Attraktionen an.

Wegen des Fehlens einer Drogerie stellte er einen weiteren Antrag in Aussicht. Ähnlich wie in Plech gelte es, in der Nähe der Ortsumgehung Ost oder des Industriegebiets am Stadtwald eine Fläche für ein Einzelhandelszentrum mit Drogerie einschließlich ausreichender Lkw-Stellplätze einzuplanen.
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