Zielstrebig zum eigenen Heim

43 Jahre lang arbeitete der inzwischen verstorbene Hans Beck (rechts) als Schriftführer im Schützenverein 1890 mit. Beim 90-jährigen Jubiläum dankte ihm der damalige Schützenmeister Albert Deinzer für seine rekordverdächtige Leistung.

Nur kurz kann auf die vielen Ereignisse seit der Gründung des Schützenvereins 1890, dem ältesten im Schützengau, eingegangen werden. Er feiert heuer nicht nur sein 125-jähriges Bestehen, sondern mit einem Jubiläumsschießen auch 20 Jahre Schützenheim.

Man schrieb das Jahr 1890, als die "Gesellschaft Schützenbund" ins Leben gerufen wurde. Nach der ersten Satzung konnte jede selbstständige Person Mitglied werden, das heißt, dass zunächst nur Beamte, Gewerbetreibende, Ärzte usw. in den neuen Schützenverein aufgenommen wurden. Der Name "Bürgerlicher Schützenverein" rührt aus diesen Anfängen. Wiederum zwei Jahrzehnte später verzichtete man auf die Bedingung der Selbstständigkeit. Der Beitritt stand nun allen Bürgern offen.

Neustart nach dem Krieg

Die zahlreichen Vereinsaktivitäten wurden durch die beiden Weltkriege lahm gelegt. Nach dem 2. Weltkrieg dauerte es noch ein gutes Jahrzehnt, bis die 1890er wieder mit dem Schießbetrieb begannen. Dies hing auch damit zusammen, dass zunächst jeglicher Waffengebrauch in Deutschland streng untersagt war.

1957 gelang es dem ehemaligen Schützenmeister Hugo Erler, mit 13 Mitgliedern eine Wiedergründung in die Wege leiten. Am 19. April 1958 fand der erste Schießabend im Vereinslokal Ruder statt. Ein Jahr später schon konnte der Verein ins Vereinsregister unter dem heute noch gültigen Namen "Schützenverein 1890" wieder eingetragen werden.

Auch die Frauen dabei

Ein gutes Jahrzehnt später öffnete der traditionelle Männerclub seine Pforten auch für das schwache Geschlecht. Hildegard Hering schrieb Vereinsgeschichte als die erste Schützenschwester. 1977 führte der Verein auf Initiative von Schützenmeister Johann Gnan die erste Stadtmeisterschaft in Auerbach durch.

Im 90. Vereinsjahr wurde mit der Anschaffung einer Königskette ein alter Traum wahr. Klaus Küffner war der erste Träger. 1981 siedelten die 1890er aus verschiedenen Gründen nach über 90 Jahren vom Vereinslokal Ruder in den Schlossgarten über. Der Wunsch nach einem eigenen Schützenheim wurde immer stärker. Als auch der Schlossgarten zumachte, nahm man zunächst das Angebot der Degelsdorfer Eichenlaubschützen, ihren Schießstand mit zu benützen, dankbar an.

Der eigentliche Motor für die Schaffung eines eigenen Heimes war 1. Schützenmeister Johann Gnan. Nach intensiven Gesprächen und Verhandlungen konnte der Verein am ehemaligen Bahnhofsgelände 1994 den erste Spatenstich für das eigene Schützenheim setzen. Am 22. Januar 1995 fand die erste Jahreshauptversammlung im neuen Schützenheim statt. Die offizielle Einweihung erfolgte am 15. Juli des gleichen Jahres.

Amtswechsel 1997

Am Dreikönigstag 1997 legte Johann Gnan nach über zwei Jahrzehnten ununterbrochener Amtsführung die Verantwortung im Verein in jüngere Hände. Dietmar Neugebauer steht seither an der Spitze, tatkräftig unterstützt von seinem Stellvertreter Klaus Küffner und den weiteren Schützen. In den Jahren danach stand als wichtigste Arbeit die Gestaltung der Außenanlagen an.

Verdiente Mitglieder

Stellvertretend für Mitglieder, die den Verein über lange Zeiten formten, prägten, aufrecht erhielten und vorantrieben, sind zu nennen der langjährige Ehrenvorsitzende Hugo Erler, Franz Praß und Hans Beck, die sich vor und nach dem Krieg um den Verein verdient machten.

Beck war übrigens der einzige Schriftführer eines bayerischen Schützenvereins, der dieses Amt über vier Jahrzehnte ausübte. Baptist Boßer war 25 Jahre für die Geldgeschäfte des Vereins verantwortlich. Unter den Lebenden muss man Johann Gnan herausstellen, der wegen seiner großen Verdienste 1998 zum Ehrenschützenmeister ernannt wurde. Beim Bau des Schützenheimes erwarb sich auch Gretl Neugebauer große Verdienste.
Weitere Beiträge zu den Themen: Auerbach (9489)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.