Zinnteller und Pokale tragen seine Handschrift - Am Grab von Ludwig Schwandner
In seinem Metier ein Meister

Nabburg. (cv) Er war ein Meister seines Handwerks. Unzählige Ehrenteller und Pokale entstanden unter seinen Händen. Eine große Trauergemeinde nahm im Waldfriedhof Abschied von Ludwig Schwandner, der 89-jährig verstorben war.

Gerne erinnerte sich Ludwig Schwandner an die Hoch-Zeit des Zinns, an die Handwerkskunst, die Nabburg als Stadt des Zinns prägte und die er so gut beherrschte. Stadtpfarrer Hannes Lorenz zeichnete beim Requiem in der Stadtpfarrkirche den Lebensweg des Verstorbenen nach. Schwandner hatte gerade seine Lehre abgeschlossen, als er 1942 zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Frankreichfeldzug, Ostfront, amerikanische Gefangenschaft, Flucht: Ende 1945 kehrte er in seine Heimatstadt zurück. Hier arbeitete er wieder als Zinngießer, absolvierte die Meisterprüfung und machte sich selbstständig. Dabei konnte er auf Ehefrau Renate, mit der er über 65 Jahre durchs Leben ging, bauen. Nach den Anfängen in der Pfandelstraße wurde 1972 das Betriebsgebäude am Rankenweg bezogen. Schwandner entwarf stets neue Formen und Gravuren, die seine Handschrift trugen. Seine Handwerkskunst verband ihn mit vielen Vereinen. Auch als der Zinngießermeister das Geschäft 1989 an Sohn Werner übergeben hatte, konnte man im Betrieb weiter auf den Seniorchef zählen.

Nach der Einsegnung würdigten die Soldaten- und Kriegerkameradschaft sowie das BRK die Verdienste Schwandners. 72 Jahre war der Verstorbene Mitglied der Soldatenkameradschaft, die er nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft mit aufbaute. "Sie war ihm eine Herzensangelegenheit", so Karl Böhm. 1945 war Ludwig Schwandner in die Rot-Kreuz-Kolonne Nabburg eingetreten. "Wir verlieren unser ältestes Mitglied", sagte Herbert Zweck und dankte für die stete Unterstützung.
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